Trampelpfade führen am Silbersee II in die verbotenen Bereiche, die aber laut Gerichtsurteil nicht als solche erkennbar sind. © Benjamin Glöckner
Betretungsverbot

Unfall am Silbersee II: Stadt Haltern muss nach Urteil reagieren

2020 zog sich ein 20-Jähriger im verbotenen Bereich des Silbersee II einen Trümmerbruch zu. Die Kosten für seine Rettung musste trotzdem die Stadt zahlen. Deswegen wird sie jetzt reagieren.

Am Freitag (25. Juni) bestätigte das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen, dass die Stadt Haltern die Kosten für die Rettung eines im vergangenen Jahr am Silbersee verunglückten Sportlers tragen muss.

Neben den 829,13 Euro für die Behandlung des 20-Jährigen aus Dorsten-Rhade muss die Stadt nun auch die Kosten für das Gerichtsverfahren übernehmen.

Den Trümmerbruch hatte sich der Parkour-Sportler bei einem Salto aus dem Stand an einem verbotenen Teil des Silbersees-Strandes zugezogen. Der Parkour-Sportler war nach eigenen Angaben über Trampelpfade dorthin gelangt.

Dabei sei er zwar an einer Schranke vorbeigekommen, doch die sei offen gewesen. Auch deswegen bewertete das Gericht den verbotenen Abschnitt als nicht ausreichend gekennzeichnet. Und deshalb bleibt die Stadt auf den Kosten für den Rettungseinsatz sitzen. Dies hat Folgen.

Der 20-Jährige verunglückte in einem verbotenen Bereich am Silbersee II.
Der 20-Jährige verunglückte an einem gesperrten Bereich am Silbersee II. © Benjamin Glöckner © Benjamin Glöckner

Verordnung schon seit dem 1. Januar eindeutiger formuliert

„Der Unfall und das Urteil haben uns vor Augen geführt, dass wir in den Medien und natürlich auch vor Ort verstärkt auf die Gefahren des illegalen Betretens aufmerksam machen müssen“, erklärte Stadtsprecherin Sophie Hoffmeier als Reaktion auf die Gerichtsentscheidung.

Schon vor der Verkündung des Urteils hatte die Bezirksregierung Anfang des Jahres eine neue Verordnung verabschiedet.

„Mit der aktuellen ordnungsbehördlichen Verordnung über die Zulassung und Regelung des Gemeingebrauchs am Silbersee II seit dem 01.01.2021 ist die Rechtsgrundlage für das Betretungsverbot bereits eindeutiger formuliert“, so die Stadtsprecherin.

Stadt Haltern will mit den Quarzwerken Gespräche führen

Da nun die Rechtsgrundlage geschaffen ist und das Urteil gesprochen wurde, will die Stadt als Nächstes über konkrete Maßnahmen beraten. Wie genau diese aussehen könnten, darüber wollte sich die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

„Der Verwaltungsvorstand und das Ordnungsamt werden sich zusammensetzen und über das Thema beraten“, sagte Sophie Hoffmeier.

Außerdem werde es voraussichtlich ein Gespräch mit der Betreibergesellschaft, der Silbersee II Haltern am See mbH, beziehungsweise den Eigentümern, der Quarzwerke GmbH, zur stärkeren Kenntlichmachung des Betretungsverbotes geben. „Erst danach können wir uns zu den Maßnahmen im Detail äußern“, so Sophie Hoffmeier.

In die Gespräche geht die Stadt mit klaren Vorstellungen: „Fest steht, dass wir die Sichtbarkeit des Betretungsverbotes erhöhen wollen“, so die Stadtsprecherin.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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Janis Czymoch