Halterner Bürgerinnen und Bürger debattierten in der Seestadthalle mit Organisatoren über die Umsetzung der Motive an der Bahnunterführung. © Antje Bücker
Gegen Schmierereien

Unterführung: Bürger bringen Vorschläge ein für Graffiti-Projekt in Haltern

Seit der Eröffnung vor zehn Jahren ist die Fußgängerunterführung an der Hullerner Straße immer wieder Ziel von Schmierereien. Ein professionelles Graffiti soll den Bereich nun aufwerten.

Insgesamt 25 Bürgerinnen und Bürger hatten am Mittwochnachmittag (29. September) die Gelegenheit, eigene Ideen zur künstlerischen Gestaltung der Unterführung „Der See schlägt Wellen“ bei einem Treffen in der Seestadthalle einzubringen. Nur sechs Teilnehmer nutzten die Chance. Die allerdings beteiligten sich rege an der Diskussion um Vorschläge mit den Organisatoren. Neben der touristischen Aufwertung des Bereichs an der Hullerner Straße, soll die Bemalung künftig „Vorstadtsprayer“ davon abhalten, die Flächen erneut zu beschmieren.

Als Vertreter der Stadt freute sich Baudezernent Siegfried Schweigmann, dass der Geschäftsführer der Agentur Sektor Marketing, Florian Scharmann, nun die Künstler Jaroslaw Masztalerz und Alex Weigandt des Kollektivs „Tubuku“ für die Bemalung der Querverbindung zwischen Stadtmitte und See gewinnen konnte. Die Arbeiten des Krefelder Künstlerduos sind in der Seestadt bereits durch großflächige Werke in der Bahnhofshalle und am Trafohaus an der Münsterstraße bekannt.

Die Unterführung an der Hullerner Straße.
Die Unterführung an der Hullerner Straße. © Antje Bücker © Antje Bücker

Erste Eindrücke durch Fotomontagen

Florian Scharmann und Jonas Ohlms (Erlebe Haltern am See) stellten den Anwesenden zu Beginn der Veranstaltung anhand von Fotomontagen vor, wie die Unterführung sowie die einmündenden Bereiche davor und dahinter gestaltet werden könnten. Die als Anregung gedachten Entwürfe regten die Fantasie der anwesenden Bürger und Bürgerinnen an. Es kam zu zahlreichen weiteren, konstruktiven Ideen.

Das Krefelder Künstlerduo Tubuku griff die Vorschläge gerne auf, gab allerdings zu bedenken, dass nicht alle Objektideen aufgrund der perspektivischen Verzerrung auch umzusetzen seien. Sinnvoll seien einerseits detailreiche Darstellungen mit vielen Kontrasten, weil dies ungewollten Schmierereien entgegenwirke, andererseits dürften zu unruhige Motive nicht das Auge des Betrachters verwirren.

Motive mit Wiedererkennungswert

Auf besonderes Interesse fiel der Vorschlag, das in diesem Bereich ehemals verlaufende Lippebett zu thematisieren und dass bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts die Unterführung als Durchtrieb für Rinder aus der Stadt hinaus zu den umliegenden Weiden genutzt wurde.

Neben den typischen Wahrzeichen der Stadt, Altes Rathaus, Sixtuskirche, Siebenteufelsturm und Stausee, wurden auch viele Landschaftmotive genannt. Als weitere mögliche Projekte für eine künstlerische Aufwertung nannten die Besucher die Unterführungen unter der Hullerner Straße B58 von der Seestadthalle zum Lippspieker und vom Jans Bomsens Weg zum Westuferpark.

Über die Autorin
Journalistin und Fotografin wollte ich schon während der Schulzeit werden. Trotzdem bin ich erst nach vielen Umwegen zur Zeitung gekommen. Die Berichterstattung über die Ereignisse in der großen weiten Welt haben meinen Horizont erweitert, der Lokaljournalismus meinen Blick auf die wesentlichen Dinge vor der eigenen Haustür.
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Antje Bücker