Verunsicherung laut Ministerium unbegründet

Lärmschutzvorgaben in NRW

Werden Schützen- oder Karnevalsumzüge bald zu "Schweigemärschen"? Diese Befürchtung schürten Meldungen über eine neue Lärmschutzgrenze für Freizeitveranstaltungen aus dem NRW-Landesumweltministerium. Aber die Halterner Vereine und Veranstalter müssen sich keine Sorgen machen.

HALTERN

, 17.02.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Halterner Schützenfest ohne Fanfarenzug ist undenkbar.(Archiv) schrief

Ein Halterner Schützenfest ohne Fanfarenzug ist undenkbar.(Archiv) schrief

Für Verunsicherung hatte der Entwurf für eine Überarbeitung des bisher gültigen Erlasses über Geräuschemissionen bei Freitzeitanlagen gesorgt. In Berichten war von einer Geräuschobergrenze von 65 Dezibel die Rede, das entspricht einer Lautstärke, die in etwa Bürolärm entspricht. Insbesondere Schützenvereine befürchteten eine Beeinträchtigung ihrer Aufmärsche und Schützenfeste.

Schon seit 2009

"Die Freizeitlärmrichtlinie des Landes existiert seit 2009", stellt aber Tanja Albrecht, Pressesprecherin im Umweltministerium von Minister Johannes Remmel (Grüne) auf Anfrage klar. "Daran ändert sich auch nichts. Lediglich die Zahl der möglichen Veranstaltungen pro Jahr wird von derzeit 10 auf 18 erhöht. Das gilt nicht pro Kommune, sondern pro Festplatz. An jedem dieser Orte kann also bis zu 18 Mal im Jahr eine Veranstaltung stattfinden. Ansonsten bleibt alles beim Alten."

Schützenverbände hatten die Befürchtung geäußert, dass Kommunen keinen Spielraum mehr bei der Genehmigung öffentlicher Veranstaltungen hätten, und die Vereine sogar Lärmschutzgutachten für geplante Feste hätten erstellen lassen müssen.

"Entbehren jeder Grundlage"

Dem tritt das Umweltministerium mit einer Erklärung entgegen: "Meldungen oder Behauptungen, nach denen das Ministerium eine Verschärfung der Lärmschutzvorgaben in NRW plant, sind falsch und entbehren jeder Grundlage. Genau das Gegenteil ist der Fall: Auf Wunsch und ausgelöst durch Städte und Kommunen soll es künftig mehr Möglichkeiten für Kommunen und das Brauchtum geben", heißt es dort. Die Diskussion beruhe auf einem "Missverständnis" heißt es aus dem NRW-Umweltministerium. 

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