Verwaltung warnt vor Kleidersammlung in Haltern

Unseriöse Aktion

Die Stadt und der Kreis Recklinghausen warnen vor einer Kleidersammlung, die am Freitag (14. Juli) in Haltern stattfinden soll. „Dabei handelt es sich um eine unseriöse Aktion“, sagt Jochem Manz, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage.

HALTERN

, 13.07.2017, 06:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieses Flugblatt wurde in Haltern verteilt. Es wirbt für eine Kleidersammlung, die unseriös und nicht beim Kreis Recklinghausen angemeldet ist.

Dieses Flugblatt wurde in Haltern verteilt. Es wirbt für eine Kleidersammlung, die unseriös und nicht beim Kreis Recklinghausen angemeldet ist.

Unser Leser Ludger Schwering aus Lippramsdorf hatte unserer Redaktion ein Werbeflugblatt für die Sammlung zugeschickt, das er bei sich im Briefkasten fand. Und das macht durchaus einen seriösen Eindruck. Mit einem weißen Kreuz auf rotem Grund weckt es den Anschein einer karitativen Sammlung, denn viele Menschen könnten dabei an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) denken. „Aber von uns sind die Flugblätter nicht“, bestätigte der 1. Vorsitzende des DRK in Haltern, Ascan Schulz. Das DRK könne nichts dagegen unternehmen. „Solche Anbieter bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone“, sagte Schulz.

Wer hinter der Sammlung steckt, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Es fehlt ein Impressum auf dem Flugblatt. Ein Anruf unserer Redaktion bei der abgedruckten Nummer endete mit der Ansage: „Ihr angerufener Gesprächspartner antwortet nicht.“

Dass es sich um eine gewerbliche Sammlung handelt, steht im Kleingedruckten ganz unten: „Diese gewerbliche Sammlung ist gemäß Runderlass des Innenministeriums von NRW vom 09.06.1972 Textziffer 1.25 nicht genehmigungspflichtig.“ Doch das stimmt nicht, wie Kreissprecher Jochen Manz mitteilte. Kleidersammlungen bräuchten durchaus eine Genehmigung. Diese wurde im konkreten Fall allerdings nicht beantragt. Er rät Menschen, die Kleider- und Schuhe spenden wollen, sich an die bekannten karitativen Einrichtungen vor Ort zu wenden.

Stadtsprecher Georg Bockey nannte beispielsweise die Kleidercontainer des DRK, des Malteser Hilfsdienstes oder der Jugendwerkstatt. Auch bei den regelmäßig stattfindenden „Pater-Beda-Sammlungen“ könne man sicher sein, dass die Kleidungsstücke bei bedürftigen Menschen ankommen.

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