Viel Programm an der alten Sythener Mühle

Schön und beschaulich

Zum Deutschen Mühlentag öffneten Pfingstmontag allein in Nordrhein-Westfalen 170 Mühlen. Die Sythener Mühle, 1331 erstmals erwähnt, stand ebenfalls offen: Die Besucher genossen die besondere Atmosphäre des historischen Ortes. Funktionierende Technik gibt es allerdings nicht mehr zu bewundern.

SYTHEN

, 16.05.2016, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Werner Hämel von den Holzwürmern half den kleinen Gästen, Holzfiguren auszusägen.

Werner Hämel von den Holzwürmern half den kleinen Gästen, Holzfiguren auszusägen.

 Das Mühlenrad  steht - wie auch das Mahlwerk - seit Langem still. Lilly und Walter Boermann aus Haltern halten trotzdem immer wieder gerne an. So wie gestern: „Wir kommen oft zur Mühle und verweilen ein wenig. Alle Achtung, was die Sythener hier leisten!“

Technik ist defekt

Der Sythener Heimatverein und der Angelsportverein machten sich 1980 an die Arbeit, um die heruntergekommene Korn- und Ölmühle zu restaurieren und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. „Die Technik allerdings funktioniert nicht mehr“, erzählte Kiepenkerl Paul Schrör den Gästen. „Ab 1954 wurde die Arbeit in der Mühle eingestellt, im Laufe der Jahre verrottete das Mahlwerk so sehr, dass wir es nicht wieder in Gang setzen konnten.“

Das große Mühlenrad außen am Gebäude schaufelte ab 1998 Wasser zur Stromerzeugung. Aber mittlerweile steht auch das still, die Lager sind kaputt. „Wir sind leider nur Nutznießer des Gebäudes und der Graf von und zu Westerholt als Eigentümer möchte wohl nicht in die teure Reparatur investieren“, erklärte Paul Schrör.

Basteln und rätseln

Und doch blieb den zahlreichen Besuchern gestern genügend Gelegenheit zum Staunen. Dafür sorgten neben dem Heimatverein die Imker, die Naturschutzgruppe, der Spielmannszug Blau-Weiß Sythen, die Holzwürmer und Bärbel Matuszczyk. Kinder sägten Figuren aus und bemalten Holzhäuser, lösten mit den Eltern Rätsel um heimische Gehölze oder ließen sich erklären, wie Insekten und Vögel sich in Hotels einnisten.

Leckere Schnittchen

Mühlenfrauen verwöhnten die Gäste mit leckeren Schnittchen und Kaffee. Rosemarie Vogel aus Düsseldorf ist seit Jahren Dauergast in der Mühle und so kam sie auch gestern. „Ich fühle mich hier einfach wohl.“ Vorsitzende Marlies Salewski freute sich über das rege Treiben und die vielfältige Unterstützung:  "Alle sind mit so viel Herzblut bei der Sache." Herzlich begrüßte sie auch Gäste aus dem Flüchtlingscamp am Stockwieser Damm.  

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Mühlentag in Sythen

Der Heimatverein Sythen beteiligte sich in diesem Jahr wieder am Deutschen Mühlentag.
16.05.2016
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Werner Hämel von den Holzwürmern half den kleinen Gästen, Holzfiguren auszusägen.© Foto: Elisabeth Schrief
Die Spielleute von Blau-Weiß Sythen unterstützten den Heimatverein beim Mühlentag sehr gerne.© Foto: Elisabeth Schrief
Marlies Salewski, Vorsitzende des Sythener Heimatvereins, schenkten den Helfern einen wärmenden Mühlentropfen ein.© Foto: Elisabeth Schrief
Silvia Döbber, Brigitte Bussmann und Yvonne Goldau verwöhnten die Gäste mit leckeren Schnittchen. Liesel Gesing und Ursula Braukhoff sorgten als gute Kellergeister für ständigen Nachschub.© Foto: Elisabeth Schrief
Der Spielmannszug Blau-Weiß Sythen gab an der Mühle ein Platzkonzert.© Foto: Elisabeth Schrief
Lilly und Walter Boermann kommen regelmäßig zur Sythener Mühle. So folgten sie Pfingstmontag auch der Einladung des Heimatvereins zum Mühlentag. Das eiserne Schaufelrad steht allerdings seit geraumer Zeit still. Jahrelang produzierte es Strom.© Foto: Elisabeth Schrief
© Foto: Elisabeth Schrief
Im "Dachstübchen" der Sythener Mühle luden Maria Matuszczyk und Roswitha Wörmann Kinder ein, Holzhäuser zu bemalen. Außerdem wurden Bastel- und Handarbeiten zugunsten eines Altenheimes in Ägypten verkauft.© Foto: Elisabeth Schrief
Die Technik der alten Korn- und Ölmühle ist nur noch Anschauungsobjekt. Sie funktioniert schon Jahrzehnte nicht mehr.© Foto: Elisabeth Schrief
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