Vinothek mit urigem Flair

Haltern Von der Knochenarbeit bis zum Durchbruch vergingen zehn Monate, am 11. August ist das Ziel erreicht: Susanne Kerkmann erfüllt sich mit "Wein und Glas am Turm" - kurz "WuGaT" - einen Lebenstraum.

12.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele neugierige Blicke wanderten in den letzten Monaten verstohlen über die Mauer in den Hof und vorsichtig durch die Glasfenster. Es tat sich viel in dem urigen Häuschen am Kärntner Platz, das sich so bescheiden an das Hotel am Turm anschmiegt. Hinter kleiner Fassade entwickelten sich große Dinge. "Seit 1880 befindet sich das Haus im Besitz von Familie Kerkmann. Ein Verkauf kam für uns nie in Frage", erzählt Susanne Kerkmann.

Die Bankkauffrau und ihr Ehemann Ludger schmiedeten Pläne, Architektin Andrea Gauß setzte sie fachmännisch um. Im Mai 2006 begann die zeit- und arbeitsintensive Entkernung und Renovierung. Lehmputz und Balken erzählen heute von der alten, rustikalen Geschichte des Hauses, großzügige Deckenhöhen von 2,20 Meter im vorderen Bereich und klare Gestaltung mit Glas suchen die Verbindung zum Gegenwärtigen.

Gewölbekeller

In der Vinothek wird Susanne Kerkmann Wein und Glas verkaufen. Wein, der im Gewölbekeller unterhalb des Hauses wohltemperiert lagert. "Klima und Luftfeuchtigkeit sind hier optimal", freut sich Susanne Kerkmann. Wochenlang haben sie und ihre Familie mit Wurzelbürsten den Kalk vom Mauerwerk geschrubbt. Ein Hochdruckreiniger hätte die Steine beschädigt.

"WuGaT" hat aber nicht nur innere Werte. Eine Tür öffnet sich zur Probierstube, zum Hofgarten mit mediterranem Flair. An Stehtischen unter dem Trompetenbaum, umrahmt von Hochbeeten nach italienischem Vorbild, können die Gäste in aller Gelassenheit guten Wein aus Deutschland, Österreich und Italien verkosten.

"Weine sind unsere Leidenschaft", sagt Susanne Kerkmann. Geweckt wurde sie auf den vielen Reisen vor allem in die Toscana, mit Kenntnissen untermauert auf Seminaren, in der Weinschule Koblenz und in der Viniversität Meerbusch. Ein starker Familienbund - auch die Söhne Max und Philipp teilen die Begeisterung der Eltern - war letztlich für die Umsetzung der Geschäftsidee unerlässlich.

Geistlicher Beistand

Und dann ist da noch der "geistliche Beistand", Martin Ahls. Der Weinliebhaber, ein Freund der Familie, begleitet die Entwicklungen bei WuGaT gern und wohlwollend.

"Viel Enthusiasmus und Vorstellungskraft war zunächst bei der Verwirklichung der Idee vonnöten. Aber es macht richtig Spaß", fühlt sich Susanne Kerkmann in ihrer Entscheidung von Tag zu Tag mehr bestätigt. Und was macht einen guten Wein aus? "Er muss im Glas gut aussehen, die richtige Farbe, den richtigen Duft und einen langen Nachklang haben." Elisabeth Schrief

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