„Volles Haus“ beim Abschied von Pfarrerin Regine Vogtmann

rnErlöserkirche Haltern

Mit Geschenken, Danksagungen und auch Tränen haben sich die Gemeindemitglieder der Erlöserkirche von Pfarrerin Regine Vogtmann verabschiedet. Nach 22 Jahren wüncht sie sich einen Neuanfang.

Haltern

, 14.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Im Gottesdienst in der Erlöserkirche flossen einige Tränen und beim anschließenden Empfang im Paul-Gerhardt-Haus riss die Schlange der Gemeindemitglieder nicht ab, die sich von Pfarrerin Regine Vogtmann verabschieden wollten. Nach 22 Jahren in Haltern verlässt die beliebte Pfarrerin die evangelische Gemeinde in Haltern – eine Entscheidung, die viele bedauern, die ihr aber niemand übel nimmt. Sie tritt eine Stelle in Nottuln an.

Wunsch nach Neuanfang

Im Gespräch habe Regine Vogtmann zu ihr gesagt, sie habe keine Lust mehr, immer mit ihrem Hund die gleiche Runde Gassi zu gehen, verriet Superintendentin Katrin Göckenjan bei der Verabschiedung im Gottesdienst. „Da hätte es natürlich auch gereicht, einfach eine andere Runde zu wählen“, so Göckenjan weiter.

„Volles Haus“ beim Abschied von Pfarrerin Regine Vogtmann

Mit einen gesungenen Grußwort hatte sich Pfarrer Bastian Basse von Regine Vogtmann verabschiedet. © Jürgen Wolter

Aber Regine Voigtmann fällte eine andere Entscheidung. „So ist das mit Regine Vogtmann“, sagte Katrin Göckenjan anschließend im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aus so lapidaren Alltagssätzen folgen bei ihr manchmal tiefgreifende Überlegungen und Entscheidungen.“ Und diese Entscheidung lautete jetzt, noch einmal neu anzufangen, nicht weil sie aus Haltern weg wollte, sondern weil sie noch mal neu anfangen möchte.

Menschenfreundin mit „unglaublichem Lachen“

„Leben ist wandern“, sagte Katrin Göckenjan im Gottesdienst, an dessen Ende sie Regine Vogtmann offiziell von ihren Dienstpflichten in Haltern und im Kirchenkreis Recklinghausen entband. Sie hob hervor, dass Regine Vogtmann in Haltern immer den Menschen zugewandt gewesen sei, dass sie auf eine reichhaltige, lebendige, intensive und segensreiche Weise gewirkt habe. Menschenfreundlichkeit, Engagement, Kreativität, Humor und ihr „unglaubliches Lachen“, seien charakteristisch für sie.

In ihrer letzten Predigt in Haltern bezog sich Regine Vogtmann auf die Bibelstelle in Josua 3, in der es um die Wanderung des Volkes Israel durch den Jordan geht, dessen Fluten von Gott aufgehalten werden. „Auch bei Entscheidungen für unser Leben wirkt Gott oft Wunder, auch wenn wir es gar nicht direkt sehen und wahrnehmen“, so Vogtmann. Aber gerade in den Phasen der Unsicherheit, der Überlegungen und Entscheidungen sei er an unserer Seite. Viele Gottesdienstbesucher verstanden diesen Gedanken auch als Hinweis auf die Entscheidungsfindung ihrer ehemaligen Pfarrerin.

Geschenke zum Abschied

Beim anschießenden Empfang platzte das Paul-Gerhardt-Haus aus allen Nähten. „Es ist schön, dass wir keinen Platz mehr haben“, freute sich Pfarrer Karl Henschel.

Viele Gemeindegruppen verabschiedeten sich mit kleinen Geschenken, Pfarrer Bastian Basse mit einem gesungenen Grußwort.

Stelle wird wieder besetzt

Katrin Göckenjan gab einen Ausblick, wie es weitergeht in der Halterner Gemeinde: Bastian Basse wird seine Stelle reduzieren, dadurch kann die vakante Stelle von Regine Vogtmann wieder besetzt werden. In der Übergangszeit hilft Pfarrer Gert Hoffmann in Haltern aus.

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