Von wegen Bewahrer - Halterns Heimatvereine leiten uns in die Zukunft

Meinung

Heimat- und Altertumsverein? Das hört sich erst einmal überholt an. Was können sie uns heute noch sagen? Jede Menge.

Haltern

, 12.07.2021, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei den Heimatvereinen Sythen und Lippramsdorf spielt auch der Naturschutz eine Rolle. Hans Gerd Leineweber den Besuchern bei einem zurückliegenden Heidetag, mit welchen Werkzeugen die Landschaft früher gepflegt wurde.

Bei den Heimatvereinen Sythen und Lippramsdorf spielt auch der Naturschutz eine Rolle. Hans Gerd Leineweber den Besuchern bei einem zurückliegenden Heidetag, mit welchen Werkzeugen die Landschaft früher gepflegt wurde. © Daniel Winkelkotte

Halterns Heimatvereine und der Altertumsverein haben mitgeholfen, sechs Infotafeln der Serie „Geschichtsorte“ anzuschaffen und aufzustellen. Ist das reine Nostalgie und deshalb rückwärtsgewandt und verstaubt?

Ich meine, die Aktion ist keineswegs anachronistisch, sondern sie passt gerade jetzt in unsere Zeit. Schauen wir über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus, können wir verfolgen, wie sehr die Globalisierung mit ihren Herausforderungen die Menschen verunsichert. Überall gibt es gesellschaftliche und politische Tendenzen, die das Bewahren und die Abschottung in den Mittelpunkt stellen. Aufzuhalten aber ist die Globalisierung nicht und deshalb brauchen wir auch in Haltern Wurzeln, die uns tragen und uns angesichts möglicher Ängste und Bedenken Halt geben.

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Dazu leistet die Initiative der Halterner Vereine einen Beitrag, den wir Bürger und die Besucher unserer schönen Stadt nutzen können. Es geht dabei um die regionale und lokale Identität. Die Infotafeln sind eine Einladung, sich mit der Ortsgeschichte zu befassen und vielleicht zu reflektieren, was uns die Kapitel für das eigene Leben mitgeben können.

Die Geschichte kann für jeden von uns Lehrmeisterin des Lebens sein, dann muss sie sich auch nicht wiederholen. Das Engagement der Vereine in Haltern verdient Anerkennung.

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