Von wegen vorbildlich - Polizei schickt falsches Foto

Rettungsgasse

„Das Bild zeigt leider keine vorbildliche Rettungsgasse“, schrieb uns ein Leser nach unserem am Dienstag erschienenen Artikel über eine Schwerpunktaktion der Autobahnpolizei. Der Seitenstreifen dürfe auch bei der Bildung einer Rettungsgasse nicht befahren werden. Wir haben daraufhin bei der Polizeipressestelle nachgefragt.

HALTERN

, 16.08.2017, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von wegen vorbildlich - Polizei schickt falsches Foto

So sieht eine vorbildliche Rettungsgasse aus.

Sprecherin Antonia Klein räumte den Fehler am Mittwoch am Telefon ein. Sie hatte das Foto zusammen mit der Pressemitteilung veröffentlicht. „Aber der Leser hat natürlich recht: Das Foto ist nicht ganz richtig“, sagte sie. Es sei grundsätzlich verboten, den Seitenstreifen zu belegen – auch um eine Rettungsgasse zu bilden. Dafür reiche es aus, so dicht wie möglich an die äußere durchgezogene Linie zu fahren.

„Denn wenn ein Auto im Stau eine Panne hat, muss es den Seitenstreifen nutzen können“, sagte Klein. Außerdem sei es möglich, dass Rettungsfahrzeuge trotz Rettungsgasse den Seitenstreifen nutzen müssen. „Wenn in der Gasse zum Beispiel ein LKW quer steht, müssen die Einsatzkräfte ausweichen können“, sagte Klein.

Schwere Kopfverletzungen

Es gebe jedoch auch Autobahnen, bei denen die Fahrbahn so eng ist, dass der Platz nicht ausreicht, um eine Gasse zu bilden, die breit genug ist. „In solchen Fällen darf dann auch der Seitenstreifen genutzt werden.“

Wie wichtig die Bildung einer Rettungsgasse ist, zeigen die Kommentare unter unserem Artikel im sozialen Netzwerk Facebook. Eine Leserin erzählt dort, dass sie selber als Kind mal einen Fahrradunfall mit einer schwereren Kopfverletzung hatte. Der Rettungswagen musste über die Autobahn fahren und stand dort im Stau. „Niemand hat eine Rettungsgasse gebildet. Ich hatte damals noch Glück, aber es gibt Menschen, für die jede Minute entscheidend sein kann! Also bitte: Im Stau eine Rettungsgasse bilden“, appelliert sie.

Härtere Strafen

Eine andere Nutzerin fordert härtere Strafen, 20 Euro reichen ihrer Meinung nach nicht aus. „Die sollte man richtig bluten lassen. Dann spricht es sich schnell rum und es wird eher eine gebildet.“ Auch die Unwissenheit vieler Autofahrer wird kritisiert. „Oft habe ich das Gefühl, dass einige gar nicht wissen, ob sie nach rechts oder links fahren müssen“, schreibt eine Leserin.

Genau deswegen ist die Autobahnpolizei derzeit unterwegs und informiert Autofahrer, wie es richtig geht: Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem linken und dem direkt rechts daneben liegenden Fahrstreifen gebildet.

 

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