Pastoralreferent Georg Kleemann, Pia Suletzki und Pfarrer Karl Henschel laden in die Marienkirche ein. © Elisabeth Schrief
Ü-30-Gottesdienst

Vorgriff auf Halterner Glaubenswoche: Seelsorger „streiten“ um Ökumene

Lebendige Gottesdienste, lebensnahe Themen, neue geistliche Lieder - das sind Merkmale der Ü-30-Gottesdienste. Aktuell geht es um Ökumene. Zwei Seelsorger werden sich ordentlich „streiten“.

Seit 2011 gibt es in der katholischen Pfarrei St. Sixtus Ü-30-Gottesdienste. Wer sich zu alt für einen Jugendgottesdienst fühlt und trotzdem Lust auf junge Themen und neue geistliche Lieder hat, der versammelt sich hier. Die Themen sind lebensnah, Texte und Musik modern und ansprechend. Nach einer Corona-Zwangspause steht jetzt wieder ein Termin an: Am 29. Oktober um 19 Uhr in der Marienkirche geht es um die Ökumene in Haltern. Zwei Seelsorger freuen sich besonders darauf.

Pfarrer Karl Henschel von der evangelischen Kirchengemeinde und Pastoralreferent Georg Kleemann von der St. Sixtus-Pfarrei treten als „Streithähne“ auf. Sie fragen den jeweils anderen: Was finde ich gut an deiner Kirche und was nicht? „Witzig bis zugespitzt werden wir Klischees entzaubern oder neu erfinden“, gibt Georg Kleemann eine Ahnung von dem besonderen Schlagabtausch. „Wir werden die Ökumene aus speziellen Blickwinkeln betrachten, das gegenseitige Wertschätzen wird natürlich die Ausgangsbasis sein“, sagt Karl Henschel wohlwollend zur Rolle der beiden Seelsorger.

Mit Elementen beider Kirchen und Musik

Mit ihnen haben Pia Suletzki und das Ü-30-Gottesdienstteam den Ablauf des Wortgottesdienstes vorbereitet. Dieser enthält sowohl katholische wie evangelische Elemente. Untermalt wird er von zwei Musikern der Gruppe „Fidele Tanz“.

Ökumene wird in Haltern teilweise intensiv gelebt. In Lippramsdorf und Sythen seit Jahren, in Haltern gibt es noch Wachstumsmöglichkeiten. Aber erprobt ist sie hier allemal mit Friedensgebeten, Flüchtlingsarbeit oder traditionellem Pfingstmontag-Gottesdienst beispielsweise. Seit Corona kommt außerdem regelmäßig elektronische Post in viele Häuser: Die täglichen Impulse, getitelt als „Schriftzeit“, schreiben Christen beider Konfessionen. Die freie Gemeinde und die neuapostolische Gemeinde gehören inzwischen zum Miteinander dazu. „Wir pflegen insgesamt einen fruchtbaren Austausch“, sagt Karl Henschel, „es läuft reibungslos gut!“

Inoffizielle Premiere für die Glaubenswoche

Der Ü-30-Gottesdienst am 29. Oktober ist die inoffizielle Premiere für die ökumenische Glaubenswoche im kommenden Jahr. Viel Konfessionsverbindendes wird im Herzen der Stadt, auf dem Alten Markt, dargestellt.

Eine Ahnung davon gibt es also am 29. Oktober. Die Kirchentüren stehen für alle offen, die sich von der anderen Art des Gottesdienst-Feierns und dem Thema angesprochen fühlen.

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Elisabeth Schrief