Vorsicht bei Hinweisen auf verdächtige Personen in sozialen Medien

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In einer Halterner Facebook-Gruppe warnte ein Mitglied vor Einbrechern und einem verdächtigen Fahrzeug. Die Polizei rät davon ab, den Weg über soziale Medien zu suchen.

Haltern

, 07.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Facebook-Gruppe Haltern am See wurde folgender Post veröffentlicht: „Verdächtiges Auto - Silberner BMW mit Stuttgarter Kennzeichen!

Es wurden Baumaschinen, Werkzeuge usw. geklaut.“ Dies löste eine Reihe von Kommentaren aus, in denen darüber gestritten wird, ob ein solcher Hinweis im sozialen Netz hilfreich ist oder nicht.

Obwohl kein Ort angegeben wurde, fühlten sich die einen gewarnt und bedankten sich beim Gruppenmitglied. Andere kritisierten den Eintrag und schrieben beispielsweise: „Mit solchen Äußerungen sollte man sehr vorsichtig sein. Es gibt auch Leute die vielleicht ein Haus zum Kaufen suchen.“

Werkzeug aus einem Rohbau gestohlen

Auch wurde danach gefragt, ob der Diebstahl nur im Netz angezeigt worden sei oder auch bei der Polizei. Diese bestätigte auf Anfrage, dass eine Anzeige wegen der Entwendung von Werkzeug im Wert von mehreren hundert Euro aus einem Rohbau in Sythen eingegangen sei. Die Tat ereignete sich bereits am 25. Juli und soll nicht der erste Diebstahl an dem Neubau gewesen sein.

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Das Gruppenmitglied stellte seinen Post also aufgrund eigener Erfahrungen in die Facebook-Gruppe und hatte dabei wohl die besten Absichten, andere Bürger in Sythen und in Haltern auf die mögliche Gefahr aufmerksam zu machen.

Die Polizei rät allerdings davon ab, den Weg über die sozialen Medien zu suchen. Auch wenn, wie im vorliegenden Fall, das Kennzeichen des vermeintlich verdächtigen Fahrzeugs nicht genannt werde und keine Identifizierung möglich sei, könnte ein solcher Post zu einer Vorverurteilung führen, die sich nicht bestätigen muss.

Am besten das Kennzeichen eines Fahrzeugs aufschreiben

Besser sei es, im Fall von auffälligen Beobachtungen direkt Kontakt mit der nächsten Polizeidienststelle aufzunehmen. Wenn es sich um aktuelle, konkrete Hinweise handele, könnten die Bürger dafür die Telefonnummer 110 nutzen. Wichtig sei es, sich Kennzeichen oder Aufschriften verdächtiger Fahrzeuge zu merken. Die Angaben erleichtern die Ermittlungsarbeit der Polizei.

„Gerade in der Nachbarschaft machen Leute oft gute Beobachtungen“, erklärte Annette Achenbach, Sprecherin der Polizeipräsidiums Recklinghausen. Die Zeugenhinweise führten dann zur Aufklärung von Straftaten, wie einer Diebstahlserie.

Posts in sozialen Medien würden allerdings unter Umständen weniger zur Aufklärung, sondern zur Panik und Angst unter den Mitmenschen beitragen.

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