Waldbrandgefahr: Feuerwachtürme in der Haard sind besetzt

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Durch die Trockenheit der letzten Wochen erhöht sich die Gefahr von Bränden in den Wäldern um Haltern. Die Feuerwachtürme sind wieder regelmäßig besetzt. Und ein Schädling ist unterwegs.

Haltern

, 09.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während der Waldbrandsaison in Deutschland, die in der Regel vom 1. März bis 31. Oktober andauert, ist das Rauchen im Wald verboten. Grillen und offenes Feuer sind ganzjährig untersagt. Die Feuerwachtürme in der Haard und der Hohen Mark sind seit zwei Wochen wieder regelmäßig besetzt, sagt RVR-Oberforstrat Kersten Blaschczok.

Waldbrandgefahr auf Stufe 3

Zurzeit ist die Waldbrandgefahr in der Region laut dem Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei Stufe 3, das heißt es besteht eine mittlere Gefahr von Waldbränden. Der WBI beschreibt das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand. Er zeigt die Waldbrandgefahr in 5 Gefahrenstufen an: 1= sehr geringe Gefahr (grün), 2= geringe Gefahr (gelb), 3= mittlere Gefahr (orange), 4= hohe Gefahr (rot) und 5 = sehr hohe Gefahr (lila).

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Die Waldbrandgefahr steigt im Frühjahr

Die Gefährdung des Waldes durch Brände habe in der Saison zwei Höhepunkte, das sei einmal im Frühjahr und dann im Sommer, sagt Kersten Blaschczok. „Das Frühjahr unterschätzen die meisten“, so der Forstexperte. „Die Krautvegetation des letzten Jahres ist durch die Dürre vertrocknet.“ Der letzte Regen sei auch schon eine Weile her. Momentan sei außerdem sehr viel los im Wald. „Unsere Mitarbeiter sehen viele Spaziergänger und Sportler.“ Er bittet darum, sich an das Rauchverbot im Wald zu halten.

Ungebetener Gast im Wald

Unterwegs im Wald ist auch ein ungebetener Gast: Der Borkenkäfer. Die gefährlichsten Borkenkäfer sind der Buchdrucker und der Kupferstecher, die beide die Fichte befallen.

Er fliegt ab Temperaturen von 16 Grad, sagt Kersten Blaschczok. „Viele haben den Winter überlebt, die Gefahr für die Bäume besteht.“ Allerdings sei sowohl im gesamten Kreis, als auch in der Granat und der Hohen Mark der Fichtenanteil nicht besonders hoch. „Durch Dürre und Käfer sind hier Waldflächen von etwa 30 Hektar abgestorben“, so der Oberforstrat. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann sich die Fichte aus der Region komplett verabschiede. Hier gehöre der Baum auch nicht zu den Hauptbaumarten der Wälder wie zum Beispiel im Sauerland, erklärt Blaschczok.

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In vielen Teilen NRWs setzen Förster zurzeit sogenannte Trinet-Fallen ein. Diese Fallen sollen die Borkenkäfer über Pheromone anlocken. „Wir haben das in den vergangenen Jahren auch gemacht, aber es macht hier bei den wenigen Fichten, die noch da sind, nicht viel Sinn“, so der Chef des Forsthofs. Hier sei der Zug schon abgefahren.

Wo großflächig gesunde Bäume stünden, sei diese Art der Schädlingsbekämpfung sinnvoller. „Hier stehen noch jede Menge kränkelnder Fichten, die sind für die Käfer viel reizvoller als die Fallen“, sagt Kersten Blaschczok.

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