Warmes Wetter lockt Pilzsammler in Halterner Wälder

rnPilze sammeln

Der Spätsommer und der frühe Herbst bieten optimale Bedingungen zum Wachsen von Pilzen in Halterner Wäldern. Sammler müssen aber einiges beachten - nicht nur, um Vergiftungen zu vermeiden.

Haltern

, 27.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den vergangenen Tagen waren schon eine ganze Menge Leute im Wald mit Körben unterwegs“, berichtet Harald Klingebiel, der als Förster des Regionalverbands Ruhr für die Halterner Waldgebiete zuständig ist. Das Wetter biete in diesem Jahr durch mäßigen Niederschlag wieder etwas bessere Bedingungen für das Pilzesammeln als 2019. Die aktuellen heißen und trockenen Tage im September könnten das aber wieder etwas verschlechtern, denn insgesamt sei das ganze Jahr als Folge der Klimaerwärmung wieder zu trocken, sagt Klingebiel.

Geheimnis der Pilzsammler

Grundsätzlich könne man überall in Haltern Pilze finden - je nachdem, welche Sorte man suche, auf Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen, aber vor allem auch in den Wäldern. Wo genau, „das ist eine Frage der Kenntnis und immer auch ein bisschen Geheimnis der Pilzsammler“, so der Förster.

Denn klar ist: Pilze sammeln sollte nur, wer sich richtig auskennt und giftige von ungiftigen Exemplaren unterscheiden kann. „Viele der leckeren Pilze haben giftige Doppelgänger“, warnt Jörg Kock von der AOK im Kreis Recklinghausen. Besonders häufig werde zum Beispiel der hochgiftige Knollenblätterpilz mit einem Champignon verwechselt. Der Verzehr könne dann Erbrechen, starke Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.

Der Giftnotruf Bonn hilft rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0228-19240. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung wird dann an Sachverständige vermittelt, die helfen, aus Putzresten und Aussehen und Standort den verzehrten Pilz zu bestimmen. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.gizbonn.de.

Förster Harald Klingebiel warnt außerdem: „Man sollte tunlichst vermeiden, einfach willkürlich Pilze abzureißen und dann einem Kenner zu präsentieren, um den Rest nachher wegzuschmeißen.“ Das sei auch eine Frage des Naturschutzes: Pilze erfüllen besonders durch ihre Wurzeln im Boden eine wichtige Funktion im Ökosystem.

Gleichzeitig bezeichne man Pilze nicht ohne Grund umgangssprachlich auch als „Leber der Natur“, erklärt Harald Klingebiel: „In den Pilzen kommt einiges an Stoffen zusammen, sodass auch noch immer radioaktive Belastungen durch die Tschernobyl-Katastrophe vorhanden sind.“ Das sei aber unbedenklich, solange man nicht täglich, sondern nur etwa einmal im Monat Pilze aus dem Wald verzehre.

Nur ein Korb pro Person

Grundsätzlich darf eine Einzelperson auch nur kleine Mengen Pilze aus dem Wald mitnehmen. Das Waldgesetz schreibt vor, dass jedem Waldbesucher nur ein Strauß Blumen und genauso auch nur ein Korb Pilze aus dem Wald zusteht. „Ausgewählte und identifizierte Pilze kann man dann herausschneiden oder rausdrehen, solange sie sich nicht in einem Schutzgebiet befinden“, sagt Klingebiel. Soweit es ihm bekannt sei, gebe es solche Gebiete in Haltern aber nicht. Eine Ausnahme sind zum Beispiel ehemaligen Militärflächen, für die es generell Betretungsverbote gibt. Für diejenigen, die auf alle diese Punkte achten, empfiehlt Harald Klingebiel das Pilzesammeln dann aber als „eine gute Naturerfahrung“.

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