Was wird aus der Gynäkologie, wenn Dr. Wilhelms das Krankenhaus verlässt?

rnSt. Sixtus-Hospital

Dr. Stefan Wilhelms, Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, wechselt zum Marien-Krankenhaus in Ahaus. Jetzt wird über die Zukunft der Gynäkologie im Sixtus-Hospital nachgedacht.

Haltern

, 17.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach sechs Jahren als Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe verlässt Dr. Stefan Wilhelms Ende Juli das Halterner St. Sixtus-Hospital und das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus. Zum 1. August wird er Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im St.-Marien-Krankenhaus in Ahaus.

KKRN-Geschäftsführer Andreas Hauke führt „persönliche Gründe“ für den Wechsel an. „Herr Wilhelms sucht neue berufliche Herausforderungen. Er ist in einem Alter, wo man sagen kann, entweder er macht das jetzt oder nicht mehr“, so Hauke auf Anfrage der Redaktion.

Nachfolge in Dorsten geregelt

2013 hatte Wilhelms den Chefarztposten in Dorsten und Haltern übernommen. Sein beruflicher Schwerpunkt lag vor allem im Bereich der Brust-Operationen. Zuvor war er viele Jahre als Chefarzt in der Christophorus-Klinik in Coesfeld tätig und etablierte dort unter anderem das Coesfelder Brustzentrum. „Aus meiner Coesfelder Zeit sind mir noch viele Kolleginnen und Kollegen der Region gut bekannt. Ich freue mich schon auf die gemeinsame Arbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Ahaus“, sagte Dr. Wilhelms.

Die Nachfolge in Dorsten übernimmt die leitende Oberärztin Dr. Simone Sowa. Sie gehört seit 17 Jahren zum Team des Katholischen Klinikums Ruhrgebiet Nord, einem Zusammenschluss der vier Krankenhäuser in Haltern, Dorsten, Westerholt und Marienhospital Marl.

Keine eigenständige Station

Für Haltern müsse man schauen, ob die Lücke geschlossen werden könne, so Andreas Hauke. Die Gynäkologie ist seit drei Jahren keine eigenständige Station mehr: Station 2 wird vielmehr inzwischen interdisziplinär genutzt. Seit der Zentralisierung der Geburtshilfe in Dorsten verlor dieser Fachbereich an Bedeutung. Von Januar bis Mai wurden hier lediglich 64 Patientinnen aufgenommen. „Nur jeden dritten Tag kommt eine Patientin, das Personal aber müssen wir uneingeschränkt vorhalten“, macht Andreas Hauke eine prekäre Situation deutlich. Für Mediziner sei ein solch kleiner Fachbereich nicht interessant genug.

Das Wort Schließung will er (noch) nicht in den Mund nehmen. Zurzeit würden neue Strukturen im Bereich der Gynäkologie geprüft. Dabei kündigt er Gespräche mit den in Haltern ansässigen Fachärzten an. „Wir müssen schauen, wie, in welcher Form oder ob wir ein Angebot im Krankenhaus vorhalten können.“

Pneumologie und Geriatrie stark

Grundsätzlich ist das Halterner Krankenhaus laut Andreas Hauke gut aufgestellt. Die Zahl der aufgenommenen Patienten habe sich um fünf Prozent gesteigert. Zum guten Ergebnis tragen vor allem die Chirurgie unter Dr. Peter Harding und die Lungenheilkunde unter Dr. Hermann Thomas und Dr. Norbert Holtbecker bei. Die Pneumologie genieße inzwischen überregional einen sehr guten Ruf. Zuwächse verzeichne ebenso die Geriatrie. „Die Pneumologie und die Geriatrie sind unsere Zugpferde“, sagt der Geschäftsführer salopp.

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