WDR-Moderatorin berichtet von Medizinfrauen und rülpsenden Kamelen

rnTamina Kallert

Sie hat als Moderatorin der WDR-Reihe „Wunderschön“ die halbe Welt bereist. Bei ihrem Besuch in Haltern wartete die erste Herausforderung für Tamina Kallert aber bereits am Bahnhof.

Haltern

, 18.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Meist ist sie „Mit kleinem Gepäck“ unterwegs: So lautet auch der Titel des Buches, das Tamina Kallert in der voll besetzten Halterner Erlöserkirche vor 300 Zuhörern vorstellte.

Nach Haltern sei sie aber mit großem Gepäck angereist, weil ihre Lesereise mehrere Stationen hat, berichtete Kallert. Und am Bahnhof stand sie dann vor der ersten Herausforderung: “Wie komme ich mit dem großen, schweren Koffer über die Behelfsbrücke?“

Zum Glück, so die Moderatorin, hätten ihr zwei Bahnbedienstete geholfen. So eine Brücke dürfte für Tamina Kallert allerdings eher eine kleine Herausforderung sein. Sie ist bereits aus Flugzeugen abgesprungen, hat rülpsende Kamele umarmt oder sich im Rettungsanzug in die Nordsee werfen lassen, um eine Seenotrettung nachzustellen.

Eiskalt erwischt auf Sylt im Winter

Herausforderungen nimmt sie gern an, und Tamina Kallert begegnet der Welt und den Menschen vor allem mit beruflicher Leidenschaft, positiver Einstellung und großer Offenheit. So wirkt sie im Fernsehen, so ist sie auch “in echt“. Das konnten die Zuhörer in Haltern am Donnerstagabend bereits nach wenigen Minuten feststellen.

Seit 2004 moderiert Kallert die Sendung „Wunderschön“ für den WDR. Wie ihre ersten Dreharbeiten abliefen, schilderte sie anschaulich: In einer Pferdekutsche auf Sylt sollte sie bei Minusgraden die Zuschauer auf die winterliche Insel einstimmen. Nach mehreren Drehabbrüchen und zwei Stunden war die Szene endlich im Kasten. „Das Ergebnis: eine triefende Nase, eiskalte Füße und tränenende Augen. Von den zwei Stunden Arbeit sind nachher im Film 20 Sekunden zu sehen“, so Tamina Kallert.

WDR-Moderatorin berichtet von Medizinfrauen und rülpsenden Kamelen

Begrüßten Tamina Kallert (2. v. l.) in der voll besetzten Erlöserklirche, v.l.: Büchereileiterin Andrea Coenen-Brinkert, der zweite Vorsitzende der Freunde der Stadtbücherei Heinrich Wiengarten und Halterns stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp. © Jürgen Wolter

Island oder das Paderborner Land

Sie reist in die Ferne, ist aber auch in heimischen Gefilden unterwegs: ob Island oder das Paderborner Land, ob Sri Lanka oder die Nordseeinseln: „Je weiter man rumkommt, desto bewusster wird einem, wie schön auch die heimischen Regionen sind“, sagte sie in Haltern.

Wichtig sind Tamina Kallert vor allem die Begegnungen mit den Menschen., „Ob der Postbote auf den Halligen oder die Medizinfrau im Slum vom Kapstadt: Man lernt durch die Begegnungen, dass wir alle gleich sind“, sagte Kallert in Haltern. „Es gibt viel mehr Verbindendes als Trennendes. Wenn man den Menschen begegnet, lernt man die Vielfalt schätzen“, lautete ihr Plädoyer für eine lebendige und offene Gesellschaft.

Reisen ist Begegnung mit sich selbst

Reisen ist für Tamina Kallert aber auch Begegnung mit sich selbst, den eigenen Horizont erweitern, sich Herausforderungen stellen. Heute spielt sich ihr Leben zwischen Familie und Unterwegssein ab. „Ich brauche beides, und wenn ich eins länger nicht habe, beginnt die Sehnsucht danach“, so die Moderatorin. Das „Nach-Hause-kommen“, die Wurzeln, nehmen für die zweifache Mutter inzwischen einen immer größeren Stellenwert ein. Tamina Kallert endete mit einem Plädoyer für Weltoffenheit und das Reisen. Dazu zitierte sie ein indisches Sprichwort: „Wer seine Kinder liebt, der schicke sie auf Reisen.“

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