Weg soll verlegt werden, damit keine Radfahrer durchs Blaue Klassenzimmer rollen

rnBlaues Klassenzimmer

Bislang gibt es nur Zustimmung zu den Plänen für das Blaue Klassenzimmer, das in Haltern entstehen soll. Der Freiluft-Lernort wird auch mit beeindruckender Technik ausgerüstet.

Haltern

, 11.12.2019, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Planungsprozess für das Blaue Klassenzimmer, das der Lippeverband und die Stadt Haltern gemeinsam hinter der Stauseekampfbahn an der Stever planen, ist noch nicht beendet. Anregungen und Kritik können noch bis Mitte Januar vorgebracht werden. Dann aber geht es schnellstmöglich in das Genehmigungsverfahren. Denn für den kommenden Sommer schon ist die Eröffnung des Freiluft-Lernorts vorgesehen.

Landschaftsarchitekt Rolf Teschner stellte die Pläne vor. Auch eine Betonbox für das Unterrichtsmaterial soll im Blauen Klassenzimmer aufgestellt werden.

Landschaftsarchitekt Rolf Teschner stellte die Pläne vor. Auch eine Betonbox für das Unterrichtsmaterial soll im Blauen Klassenzimmer aufgestellt werden. © Ingrid Wielens

Bislang ernten die Verantwortlichen viel Zuspruch. Bei der Vorstellung des aktuellen Planungsstands am Mittwoch im Rathaus machte Landschaftsarchitekt Rolf Teschner allerdings auch deutlich, wie sehr er zusammen mit dem Lippeverband und der Stadt daran interessiert ist, die Wünsche und Vorschläge

von Kindern, Schülern, Lehrern und Erziehern in die Planungen mit einzubeziehen.

Weg wird zu einem kleinen Teil verlegt

Nach einem Kreativwerkstatt-Treffen aller Beteiligten ist daher nun auch klar, dass der Weg, der nach bisheriger Planung mitten durch das Blaue Klassenzimmer verlaufen wäre, zum Teil verlegt werden soll. Er hätte sonst den Zugangsbereich zum Gewässer vom Klassenzimmer getrennt. Daher soll er nun um das Klassenzimmer herumgeführt werden. Vorausgesetzt, die Behörden geben grünes Licht. Die Planer sind aber optimistisch.

Kontakt zum Wasser soll nicht abbrechen

Kita- und Schulpädagogen hatten sich einen ständigen Kontakt zum Wasser gewünscht, der durch den Weg nicht gegeben gewesen sei, erklärte Teschner. Zudem hätten Radfahrer oder Spaziergänger den Unterrichtsablauf stören können. Auch aus Sicherheitsgründen sei es ratsam, dass Radler um das Gelände herumgeführt würden. Positiver Nebeneffekt: Das Naturklassenzimmer wird ein Stückchen größer. „Für bis zu 35 Personen wird dort locker Platz sein“, meint Rolf Teschner.

Digitale Tafel an einem Pegelhäuschen

Das Blaue Klassenzimmer wird aus einer terrassenförmigen Ufergestaltung aus Naturstein mit einem Treppenzugang zum Gewässer bestehen, damit der Bachlauf erlebbar wird. Kescher, Lupen und weiteres Unterrichtsmaterial werden vor Ort gelagert. Auf einer angrenzenden Fläche kann dann naturnaher Unterricht stattfinden. Auch mithilfe der digitalen Tafel, die mittels Touchscreen Informationen zum Gewässer und seinen Tieren und Pflanzen herausgibt.

Später soll hier auch ein direkter Zugang zum Internet eingerichtet werden. An dem Pegelhäuschen, an der die digitale Tafel angebracht ist, können unter anderem Daten zum Wasserstand der Stever und zur Fließgeschwindigkeit abgelesen werden. Steine und einzelne Mauerelemente bieten reichlich Platz zum Sitzen.

Themenweg führt entlang einer Baumallee zum Klassenzimmer

Vom Parkplatz vor der Stauseekampfbahn oder der gegenüberliegenden Seestadthalle aus müssen die Besucher des Blauen Klassenzimmers etwa 500 Meter laufen. Ein Themenweg entlang der Baumallee südlich der Sportplatzes mit Informationstafeln, Holz-Drehspielen und Bänken führt sie zum Zielort. Der Themenweg sei ebenfalls ein Wunsch der Kreativwerkstatt-Teilnehmer gewesen, erklärte Projektleiter Toyin Rasheed.

Verwaltungsgebäude Muttergottesstiege

Pläne liegen aus - Anregungen noch möglich

Die Pläne für das Blaue Klassenzimmer liegen im Verwaltungsgebäude der Stadt an der Muttergottesstiege, Rochfordstraße 1, bei Gunther Albrecht (Wirtschafts- und Standortförderung) aus. Bis Mitte Januar können noch weitere Wünsche für das Projekt geäußert werden.

Sämtliche Wünsche aber konnten nicht erfüllt werden: Dem Ruf nach einer schwimmenden Plattform konnten die Planer nicht nachgeben. Aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Die Stever hat stark schwankende Pegelstände und mitunter hohe Fließgeschwindigkeiten. Auch das Inidianer-Tipi konnte sich nicht durchsetzen. Dem Spielbereich solle nicht zu große Bedeutung zukommen, hieß es. Eine Überdachung schließlich habe nicht zum Konzept Freiluft-Lernort gepasst.

Umweltbildung im Klassenzimmer

Ein Projekt vor allem für Schulen und Kindergärten

Von der Anlage profitieren insbesondere die Haltener Schulen, Kindergärten und weitere Träger, die sich in der Umweltbildung engagieren und die Anlage für den schulischen Biologieunterricht, Wasser-Experimente, Untersuchungen von Flora und Fauna oder als Begegnungsort am Gewässer nutzen können. Aber auch für Touristen, die auf der Steverland-Route unterwegs sind, ist das Blaue Klassenzimmer gedacht.
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