Weiter kein öffentliches WLAN in der Innenstadt

Nur wenige Anbieter

Freies WLAN für alle in der Halterner Innenstadt: Das forderte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Ratsantrag bereits vor einem Jahr. Was hat sich seitdem getan? Wir haben nachgefragt - und die Antwort ist für alle, die gerne in der Innenstadt mit WLAN-Unterstützungim Internet surfen wollen, nicht gerade befriedigend.

HALTERN

, 15.03.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weiter kein öffentliches WLAN in der Innenstadt

In Haltern am See gibt es nur wenige öffentliche WLANs.

Im SPD-Bürgerbüro an der Rekumer Straße haben die Sozialdemokraten einen freien WLAN-Router eingerichtet, mit dem das kostenfreie Surfen für jedermann in der Umgebung möglich ist. "Da inzwischen seit dem Ratsbeschluss ein Jahr vergangen ist, aber sich noch nichts Konkretes getan hat, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen", teilt SPD-Vorsitzende Beate Pliete mit. "Wir setzen uns dafür ein, allen Bürgern über ein eigenes Netz einen Zugang zum Internet zu ermöglichen." Die SPD möchte allen Menschen unabhängig vom Geldbeutel die Vorzüge eines solchen Internetzugangs möglich machen. Der Nutzer habe zudem die Sicherheit, dass seine Daten nicht für kommerzielle Zwecke missbraucht würden, so die Sozialdemokraten.

Zunächst auf Eis gelegt

Auch zwischen der Werbegemeinschaft sowie "Haltern Aktiv" und der Stadt hat es Gespräche zum Thema freies WLAN gegeben. "Wir haben von unserer Seite die Aktivitäten aber zunächst mal auf Eis gelegt", sagt dazu Werbegemeinschaftsvorsitzender Oliver Entrop auf Anfrage.

Die Fragen der Trennung des öffentlichen Netzes vom Netz des Anbieters sieht er nach wie vor nicht ausreichend geklärt. "Und ein neuer DSL-Anschluss würde dann wieder mehr Geld kosten. Außerdem sind die Kapazitäten von Mobilfunkverbindungen heute so stark gestiegen, dass es immer fraglicher wird, ob freie WLAN-Netze überhaupt noch Sinn machen", sagt Entrop, der selbst in der Mobilfunkbranche tätig ist. Auf dem Marktplatz werde sich mit Extrablatt außerdem neue Gastronomie ansiedeln, deshalb hielten es sowohl die Werbegemeinschaft als auch Haltern Aktiv zurzeit nicht für sinnvoll, hier tätig zu werden, so Entrop.

Angemessene Sicherung

Die Bundesregierung hat zwar im September einen Gesetzentwurf zum Betrieb öffentlicher WLAN-Hotspots verabschiedet, der ermöglichen soll, dass mehr öffentliche Einrichtungen, Geschäfte oder Cafés WLAN anbieten. Allerdings müssen die Anbieter ihren Anschluss nach wie vor "angemessen sichern" und sich von jedem Nutzer einzeln erklären lassen, dass er keine Rechtsverletzung begeht. Die sogenannte "Störerhaftung" war bisher immer als Problem öffentlicher WLAN-Netze gesehen worden. Das bedeutet in der Praxis, dass an jeden Benutzer des Netzes einzeln Zugangscodes vergeben werden müssen, was sowohl Geschäftsleute als auch Internet-Verbände als zu hohen Aufwand kritisieren.

Kritisch sieht auch der Verein Freifunk Rheinland die Gesetzesnovelle. "Wir denken, das waren drei Schritte vor und zwei zurück", sagt Michael Herzog von der Freifunk Regionalgruppe Kreis Recklinghausen. "Nach wie vor kann es zu Abmahnungen kommen, wenn von einem solchen Hot-Spot ungesetzliche oder schädigende Inhalte verbreitet oder abgerufen werden", sagt er. Freifunk biete aber einen Anschluss an, bei dem dies nicht notwendig sei, so Herzog. 

Auf dieser Karte haben wir mehr oder weniger öffentliche WLANs in Haltern am See zusammengestellt (grün = offen für alle / rot = eingeschränktes WLAN). Alle Angaben sind ohne Gewähr. Weitere öffentliche WLANs können gemeldet werden per E-Mail an: redaktion@halternerzeitung.de

 

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