Weitere Informationen zum neuen Windrad

Seit Freitag in Betrieb

In Zusammenarbeit mit der SL Windenergie in Gladbeck haben Reinhard Thies und Tochter Jana Nienhaus das Windrad an der Münsterstraße ertüchtigt. Seit wenigen Tagen ist die Anlage am Netz. Weitere Informationen sammelte die Redaktion bei Joachim Schulenburg, Leiter der Projektentwicklung der Gladbecker Dachgesellschaft SL NaturEnergie.

SYTHEN

, 16.08.2016, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weitere Informationen zum neuen Windrad

Das Windrad an der Münsterstraße ist am Netz.

Wie arbeitet die Unternehmensgruppe SL NaturEnergie?

Kooperationen mit lokalen Partnern wie in Sythen sind üblich. SL NaturEnergie beschränkt sich auf die Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) in Nordrhein-Westfalen. Bisher wurden 84 WEA errichtet, die in allen Phasen ihres Betriebs betreut werden. Ein Weiterverkauf von Anlagen ist in der Regel nicht vorgesehen (wie berichtet hat die WWU Münster ihre fünf Anlagen in Sythen-Lavesum an ein Münchner Unternehmen verkauft).

Wieso wurde das Windrad an der Münsterstraße ertüchtigt?

Laut Bundesverband Windenergie steigt der Ertrag einer Anlage mit jedem Meter Turmhöhe um bis zu einem Prozent. Modernste Technik (drei Megawatt Generator) in Kombination mit mehr Höhe (knapp 207m) und größeren Rotorendurchmessern (knapp 116m) sorgt für mehr Effizienz. Laut SL NaturEnergie sollen am Standort Sythen maximal 2500 Volllaststunden im Jahr möglich sein (Die Volllaststunde errechnet sich, indem man die gesamte Stromproduktion der Anlage im Jahr durch ihre maximale Leistung - Nennleistung - teilt). Joachim Schulenburg schränkte aber ein, dass erst der tatsächliche Betrieb die Auslastung zeigen werde. Das von Lobby-Interessen unabhängige RP-Energie-Lexikon gibt an, dass an guten Onshore-Standorten (an der Küste oder auf einem Berg) deutlich über 2000 Volllaststunden erreicht werden. Im normalen Binnenland liege dieser Wert oft nur bei 1000.

Wann kann die Stadt Haltern mit Gewerbesteuereinnahmen aus der WEA rechnen?

Auf einen Zeitpunkt wollte sich Joachim Schulenburg nicht festlegen. Es sei heute aber nicht mehr möglich, dass für Anlagen erst gegen Ende ihrer Laufzeiten Steuern gezahlt werden.

Werden die Steuern zu 100 Prozent an die Stadt Haltern fließen?

Normal ist eine Zerlegevereinbarung von 70 und 30 Prozent zwischen Standortgemeinde der WEA und Unternehmenssitz. Bei SL NaturEnergie werden die Steuern nach folgendem Schlüssel verteilt: 95 Prozent fließen an die Standortgemeinde der jeweiligen WEA, fünf Prozent bleiben in Gladbeck.

Gibt es für die Halterner Bürger noch eine andere Möglichkeit, von dem Projekt zu profitieren?

SL NaturEnergie hat eine Stiftung gegründet, die einen Teil der Erträge neuer WEA in soziale Projekte der Standortgemeinden leitet. Die Höhe der Spenden ist abhängig von der Ertragssituation der WEA. Die lokale Wertschöpfung sei ein Anliegen seines Unternehmens, so Joachim Schulenburg. Allerdings dürften die Bürger in Haltern sicher keine Unsummen erwarten. Sobald die erste Auszahlung anstehe, werde die Öffentlichkeit unterrichtet.

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