„Wer Hunger hat, hat es eilig“ - Ajuda weitet Hilfsaktion aus

Spendenaktion

Ajuda startet eine neue Aktion und weitet das Unterstützungsangebot aus. Die Nothilfe in der Corona-Krise soll nun neben Lebensmitteln auch Kochgas, Schulmaterial und psychologische Hilfe umfassen.

Haltern

01.04.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kinder einer Schulklasse in Crato im Nordosten Brasiliens, die von Ajuda unterstützt wird.

Die Kinder einer Schulklasse in Crato im Nordosten Brasiliens, die von Ajuda unterstützt wird. © Ajuda

Mit der Kampagne „Wer Hunger hat, hat es eilig“ sammelt und verteilt der Halterner Verein „ajuda – Hilfe für Kinder in Brasilien“ bereits seit einem Jahr Lebensmittelpakete. Doch es sind nicht nur Grundnahrungsmittel, die in der täglich dramatischer werdenden Krise knapp sind. „Unzählige Menschen haben ihre Arbeit verloren und die geringen Unterstützungsleistungen vom Staat reichen nicht im Ansatz aus, um über die Runden zu kommen“, teilt der Verein jetzt mit.

Das Spendenkonto

Das Ajuda-Spendenkonto hat folgende Kontonummer bei der Stadtsparkasse Haltern am See: DE09 426 51315 0007 0054 73 (BIC: WELADED1HAT).

Viele Familie könnten sich die einfachsten Dinge nicht mehr leisten. Ajuda habe sich daher entschlossen, sein Unterstützungsangebot auszuweiten. Konkret sammelt der Verein um den ersten Vorsitzenden Jan Kleine Büning Geldspenden für Kochgas, Schulsets und psychologische Sprechstunden.

Mehr als 80.000 Neuinfektionen pro Tag

Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung meldete Brasilien kürzlich „erstmals 3000 Corona-Tote pro Tag“. Die Mutante schlage mit voller Wucht zu - mehr als 80.000 Neuinfektionen gebe es an einem Tag.

Ajudas Projektpartner vor Ort, Hermano de Sousa, berichtet von dramatischen Zuständen und stellt fest: „Grundnahrungsmittel, Seife und Desinfektionsmittel sind in der Krise das Wichtigste.“ Dank vieler Unterstützer*innen konnte Ajuda bislang 1050 Hilfspakete zur Verfügung stellen. „Wir retten hier gerade Menschenleben“, schreibt de Sousa in einem Dankesbrief.

Ajuda bittet die Bevölkerung nun um Mithilfe. Jeder gespendete Cent werde in Brasilien verwendet. Dabei könne jeder entscheiden, was und in welchem Umfang unterstützt werden soll: 15 Euro für eine Gasflasche, 5 Euro für ein Schulset, eine Kombination aus beidem oder ein freier Betrag für die psychologischen Sprechstunden.

Weitere Informationen über den Verein und seine Projekte gibt es unter www.ajuda-hilfe.de.

Die Hilfsmaßnahmen des Vereins

  • Kochgas: In Brasilien wird mit Gas gekocht. Auch das ist in der Krise extrem teuer geworden. Eine Gasflasche, mit der eine Familie etwa sechs Wochen kochen kann, kostet umgerechnet 15 Euro. Dies entspricht der Hälfte der derzeitigen staatlichen Monatshilfe. Ajuda möchte 60 Gasflaschen zur Verfügung stellen.
  • Schulsets: Seit Beginn der Pandemie werden die meisten Kinder in Brasilien im Homeschooling beschult. Neben unzureichender technischer Infrastruktur fehlt es vor allem an Schulmaterial. Auch das wird für viele Familien in der Krise unerschwinglich. Ajuda möchte daher 200 Schulsets à 5 Euro das Stück schnüren.
  • Psychologische Sprechstunden: Die Pandemie setzt vielen Menschen zu, nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern auch psychisch und emotional. Menschen, die schon vor der Krise in prekären und vulnerablen Verhältnissen gelebt haben, trifft die Situation noch härter. Seit Anfang des Jahres bietet eine Psychologin im Projekt Nova Vida an zwei Nachmittagen pro Woche ehrenamtlich psychotherapeutische Sprechstunden für Familien an. Um das Angebot konstant und professionell anbieten zu können, möchte Ajuda die Psychologinnen entlohnen und 1.000 Euro als Unterstützung beisteuern.
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