Wie Freddy Allerdisse mit seiner Agentur der Corona-Krise trotzt

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Es gibt viele spannende und beeindruckende Persönlichkeiten aus Haltern am See. In unserer Videoreihe „Smalltalk“ sprechen wir mit ihnen. Heute: Moderator und Gründer Freddy Allerdisse.

Haltern

, 19.11.2020, 16:00 Uhr

Freddy Allerdisse ist Poetryslammer, Moderator und kann so lustig sein, dass alle Kiefermuskeln verkrampft aufschreien. Der Gründer vom Kreativ-Ensemble MUNDWERKKUNST begann seine künstlerische Karriere in der Musik, 2014 gehörte er laut dem VIVA Schooljam zu den 8 besten Nachwuchsmusikern in Deutschland, heute gehört er sich selbst.

Dem Wort treu geblieben ist er als Poetry Slammer bei sämtlichen Literaturveranstaltungen zu Gast und moderiert geschmeidig durch Abendveranstaltungen. Sozialkritische Texte, humorvoller Wortschwall, lyrische Raffinesse oder das verdrehen von Sprichwörtern, Freddy Allerdisse, der viele Jahre in Sythen gelebt hat, kann es. Wir haben mit dem Münsteraner Querkopf über seinen Werdegang, die Corona-Krise und spannende Projekte gesprochen.

Freddy Allerdisse über...

...seine Verbundenheit zu Haltern:
Ich bin gebürtiger Münsterländer. Ich komme aus Dülmen und meine Eltern aus Haltern. Wir sind dann über die Jahre ein bisschen durchs Land getingelt. In der 9. Klasse bin ich aus dem Kölner Raum auf das Gymnasium in Haltern gewechselt und habe hier mein Abitur gemacht. Und kenne somit die guten Halterner Jahre als Jugendlicher. In meiner Abi-Zeit haben wir einen Stammtisch gegründet, der heute noch aktiv ist und sich einmal im Monat trifft. Das verbindet mich natürlich mit Haltern - die gepflegte Bierkultur!

...seine Leidenschaft Musik:

Der Pfarrer in unserem Dorf damals im Kölner Raum hat kostenlosen Gitarrenunterricht angeboten und da bin ich mal hin. Darauf folgte die Musikschule in Haltern. Irgendwann bin ich mit Finn Buttgereit zusammengekommen und wir haben ein paar Preise abgeräumt. Ich bin kein guter Musiker. Die Preise hören sich dicker an, als sie sind. Finn ist halt gut - und ich nicht.

Finn Buttgereit (li.) und Freddy Allerdisse gewannen als Duo „2 Klang“ den Jugendkulturförderpreis 2013.

Finn Buttgereit (l.) und Freddy Allerdisse gewannen als Duo „2 Klang“ den Jugendkulturförderpreis 2013. © Gewecke (A)

...seinen Werdegang:
Ich bin nach meinem Abi nach Dortmund gezogen und hab bei den Westfalenhallen eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann gemacht. In der Zeit habe ich von Konzerten bis Messen alle möglichen Veranstaltungen betreut. Ein halbes Jahr nach meiner Ausbildung habe ich dort noch weiter gearbeitet. Dann ging es für mich mit dem Rucksack durch Südostasien. Ich bin nach sechs Monaten tatsächlich nochmal zurückgekommen zur Westfalenhalle und habe in der Unternehmensentwicklung gearbeitet. 2017 habe ich parallel mein eigenes Unternehmen gegründet.

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...seine Agentur:
Munderwerkkunst für Eventmanagement und Kommunikation ist eine inhabergeführte Agentur, die es seit 2017 gibt. Wir haben in Münster ein kleines Büro und sind mittlerweile zu viert. Wir machen Kunst- und Kulturveranstaltungen, schreiben aber auch Kommunikationskonzepte. Und was ein ganz großer Bereich ist, ist der Bildungsbereich. Wir sind an zehn Bildungseinrichtungen aktiv. Haben aber auch In-House-Schulungen für namenhafte Kunden. Unser letzter Kunde war zum Beispiel Nintendo.

...die Corona-Krise:
Wir nagen definitiv nicht an der Insolvenz. Uns geht es gut. Trotzdem muss man sagen, dass wir weiter im Sturm stehen. Und das auch bald seit neun Monaten. Das ist natürlich traurig, gerade für uns als junges Unternehmen. Im Dezember war ich sonst immer als Solokünstler zweimal die Woche auf der Bühne oder musste zumindest viel organisieren. Jetzt habe ich zum dritten Mal in diesem Jahr eine Woche frei, ohne mir Urlaub nehmen zu müssen.

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...Projekte in der Zukunft:
Das ist das einzige, was die Krise uns Gutes gebracht hat. Wir haben echt große Namen in die Agentur bekommen. Wir konnten Kunden wie Redbull und Nintendo dazugewinnen. Die fragen vor allem danach, was es für Möglichkeiten für virtuelle Veranstaltungen gibt. Dann haben wir durch die Krise auch viele Bildungsträger als Kunden gewonnen, die den gesamten Betrieb auf virtuell umstellen möchten. Und wir sind eine junge und agile Agentur und kennen uns damit ganz gut aus.

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