Meinung

Wie viele Wölfe verträgt ein Wolfsgebiet?

Mehrere Kleinpferde wurden im Oktober im Wolfsgebiet Schermbeck von Wölfen gerissen oder schwer verletzt. Der Wolfsbestand wächst indes. Reagiert das Land angemessen?, fragt sich unsere Autorin.
Im Schermbecker Wolfsgebiet haben Wölfe mehrere Kleinpferde gerissen oder verletzt. © picture alliance/dpa

Erneut erreichen uns Hiobsbotschaften von den Wölfen in Schermbeck. Fünf Übergriffe auf Kleinpferde, überwiegend mit tödlichem Ausgang, hat es im Oktober gegeben. Haltern gilt als Pufferzone des Wolfsgebiets in der Nachbarschaft. Auch auf dem Gebiet der Seestadt wurde das wilde Tier bereits gesichtet.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz stellt inzwischen in Schermbeck eine „aktuelle räumliche und zeitliche Häufung der Übergriffe auf Kleinpferde“ fest. Ein Rechtsgutachten aber spreche sich klar gegen die Tötung von Wölfen aus, heißt es in einer Stellungnahme.

Stattdessen rücken jetzt – nach den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild – auch die Besitzer von Kleinpferden in den Fokus.

Das Umweltministerium reagiert – allerdings recht spät – und weitet die Förderrichtlinien hinsichtlich möglicher Herdenschutzmaßnahmen aus. Zäune oder auch der Einsatz von Herdenschutzhunden sollen stärker finanziell unterstützt werden. Nur – reichen diese Maßnahmen aus?

Die Wolfspopulation in Deutschland entwickelt sich rasant. Das NRW-Umweltministerium geht aktuell von sechs Wölfen in Schermbeck aus. Da muss die Frage erlaubt sein, wie viel Wolf ein solches Gebiet überhaupt verträgt. Auf wie viele Wölfe darf der Bestand in Schermbeck wachsen? Hier bleibt die Umweltministerin bis heute eine Antwort schuldig.

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