Wildtiere profitieren von der milden Witterung

Winter hat Einfluss auf Population

Ob das Wetter noch die Kurve kriegt und uns, trotz ungünstiger Vorzeichen, doch noch weiße Weihnachten ins Haus stehen, ist ungewiss. Fest steht hingegen, dass das ungewöhnlich milde Winterwetter einen großen Einfluss auf die Tierwelt in der Region hat.

HALTERN

, 16.12.2015, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wildtiere profitieren von der milden Witterung

Wildschweine gehören zu den Gewinnern des milden Winters.

Gerade das heimische Wild profitiert von der aktuellen Witterung, wie RVR-Förster Harald Klingebiel unserer Redaktion auf Anfrage erklärt. „Zu den absoluten Gewinnern des milden Winters gehören die Wildschweine, denn sie haben keine Probleme damit, Nahrung zu finden“, so Klingebiel. Die Folge: Herrscht kein Nahrungsmangel, dann sinkt die Sterblichkeitsrate der Tiere. „Eine natürliche Auslese bleibt aus, da nicht, wie sonst üblich, nur die Stärksten über den Winter kommen.“ Infolge dessen könnte der Wildschweinbestand in der Region in nächster Zeit steigen. Rehe und Rothirsche profitieren laut Klingebiel in ähnlicher Weise vom Wetter.

Frühlingsgefühle

Die Tiere im Naturwildpark Granat zeigen sich von den Temperaturen völlig unbeeindruckt, wie Parkbetreiber Holger Beckmann zu berichten weiß. „Einzig unsere Fasane legen jetzt schon verfrühte Frühlingsgefühle an den Tag“, so Beckmann.

Imker schlagen Alarm

Dramatisch stellt sich die Situation für Bienen dar. Darauf weist Imker Udo Pfingst hin: „Das milde Wetter ist für Bienenvölker geradezu tödlich, denn ab einer Temperatur von über 9 Grad Celsius fliegen die Bienen weiterhin aus, um auf Nahrungssuche zu gehen.“ Gewöhnlich würden die Bienen ab November in eine Winterruhe gehen, aber dazu sei es in diesem Jahr nicht gekommen.

Zufütterung

Daher seien die Imker alarmiert, ihren Schützlingen regelmäßig Zufutter in Form von Honigsirup zu reichen. Denn von allein, würden die Arbeitsbienen kaum genügend Futter ranschaffen können. „Nur die Bienenvölker, die genügend Vorräte rangeschafft haben, könnten den Winter überleben, sofern es weiterhin so warm bleibt“, sagt Udo Pfingst. Abgewendet werden könnte das Sterben der Bienenvölker nur, wenn schleunigst der Frost eintreten würde, der eigentlich schon für November erwartet war. 

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