Zehntklässler absolvieren ihr Betriebspraktikum

Joseph-König-Gymnasium

In Berufe reinschauen und einen Einblick in die Abläufe bekommen - das ist der Sinn des Betriebspraktikums in der 10. Klasse des Gymnasiums. Und diese Chance nutzen die Kinder des Joseph-König Gymnasiums ganz unterschiedlich.

HALTERN

von Von Katharina Brückl

, 16.09.2011, 17:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es riecht nach Desinfektionsmittel und nassem Hund. Die 16-jährige Schülerin Maike Füßner streichelt den kranken Hund Rudi beruhigend, während Tierarzt Volker Beyer ihn abhört. Nicht nur ich, Katharina Brückl, darf in den zwei Wochen meines Praktikums bei der Halterner Zeitung in einen Betrieb rein schnuppern - auch andere Schüler und Schülerinnen der zehnten Klasse des Joseph-König-Gymnasium lernen in ihren Betrieben die Arbeitswelt kennen.

So arbeitet Maike Füßner in der Tierarzt Praxis "Beyer". "Mir gefällt es hier gut", sagt sie. "Tierarzt war schon immer mein Traumberuf, und ich habe großes Interesse an Medizin. Da war klar, wo ich mein Praktikum mache." In den zwei Wochen lernt sie, Erkältungen oder kleine Verletzungen von Tieren zu behandeln und ist auch schon bei größeren Operationen dabei. "Am interessantesten sind die Reaktionen der Tiere", sagt sie. "Manche Tiere machen gar nichts, andere sind total giftig."Fotos schneiden

Der 16-jährige Bo Schmidt dagegen sitzt in seinem Praktikum im Fotostudio. Am Computer schneidet er Fotos zu, verbessert die Qualität und bearbeitet Kontraste. "Mich interessieren Fotografien", so Bo. "Ich mache gerne Fotos, aber ich bearbeite sie genauso gerne. Da ich die Chefin Jennifer Giezenaar persönlich kenne, habe ich mich entschieden, ins Fotostudio 'Augenblick' zu gehen."

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Praktikum

Die Schüler des Joseph-König Gymnasiums absolvieren momentan ihr Betriebspraktikum. Ob in der Tierarztpraxis oder im Fotostudio - besondere Einblicke in die Arbeitswelt sind garantiert.
16.09.2011
/
Während Tierarzt Volker Beyer den kranken Hund abhört streichelt Praktikantin Maike Füßner (Mitte) ihn beruhigend.© Foto: Katharina Brückl
Bo Marcel Schmidt bearbeitet im Fotostudio Bilder am Computer.© Foto: Katharina Brückl
Marcel Kiekhäfer arbeitet bei seinem Praktikum in der Werkstadt von Hubert Binst (Marwitz) an einem Fahrrad.© Foto: Katharina Brückl
Anna-Lena Albrecht fütter die Erdmännchen mit Mehlwürmern.© Foto: Katharina Brückl
Anna-Lena Albrecht streut den Zebra-Stall ein.© Foto: Katharina Brückl
Ute Uphaus (l.) und Alina Brown spielen mit den Kindern und dem Therapiehund Lilou während der Sprachtherapie.© Foto: Katharina Brückl
Anna-Lena Albrecht (l.) und Katharina Brückl während der Fütterung der Roten Varies.© Foto: Katharina Brückl
Anna-Lena Albrecht füttert die Affen mit Obst und Gemüse.© Foto: Katharina Brückl
Schlagworte
Nachdem er die Bilder bearbeitet hat, geht es daran, Tassen mit Fotos zu bedrucken. "In der zweiten Woche kann ich dann vielleicht ins Studio und bei Aufnahmen dabei sein", sagt Bo stolz. "Mein Traumberuf wäre es allerdings nicht. Ich würde es später eher hobbymäßig machen."

Derweil schraubt, hämmert und bastelt der 16-jährige Marcel Kiekhäfer an einem kaputten Fahrrad herum. Er tauscht Lampen aus und repariert Bremsen. Sein Praktikum absolviert er in der Fahrradwerkstatt von Hubert Bienst. "Ich fahre in meiner Freizeit selber gerne Fahrrad", sagt er. "Und da finde ich es praktisch, wenn ich mein Rad selber reparieren kann."Meistens in der Werkstatt

"Wir nehmen gerne Praktikanten auf", sagt sein Chef Hubert Bienst. "Sie sind jedoch meistens hinten in der Werkstatt, da sie vorne beim Verkauf schon mal im Weg rumstehen." Besonders interessant findet Marcel die Elektrofahrräder, mit denen er hoffentlich in der zweiten Woche auch ohne Führerschein mal fahren darf.

Die Schülerinnen Ute Uphaus und Alina Brown spielen mit einem fünfjährigen Kind und Therapie-Hund Lilou. Sie haben sich für ein Praktikum in der Logopädie entschieden, wo sie mit Kindern an deren Sprachstörungen arbeiten."Sehr interessant" "Ich finde den Beruf sehr interessant", sagt Ute. "Außerdem will ich später Grundschullehrerin werden, da ist ein Praktikum in der Logopädie sicher sinnvoll." Während des Spielens übt Alina mit dem Kind immer wieder die richtige Aussprache des Buchstaben "K". " Kk ro odil", sagt sie sehr deutlich. "Chrochodil", versucht der Kleine ihr nachzusprechen. Chefin Nina Wieck erklärt, dass es ganz unterschiedliche Sprachstörungen gibt. "Jedes Kind ist anders, und so ist auch jede Behandlung anders. Wir behandeln aber nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene."Zoom-Erlebniswelt

Einen der wohl begehrtesten Praktikums-Plätze hat Anna-Lena Albrecht ergattert. Sie hat eine Heugabel in der Hand und streut eine Zebra-Box neu ein. Ihr Praktikum absolviert sie in der Zoom-Erlebniswelt Gelsenkirchen. "Ich mag Tiere sehr gerne", sagt sie. "Und mir war es wichtig, etwas Richtiges in meinem Praktikum zu machen und nicht nur Kaffee zu kochen."

Jetzt geht es zur Fütterung der Roten Varies (Halb-Affen). Anna-Lena füttert die Affen mit Kiwi-, Bananen-, Nektarinen- und Apfelstücken. Ihre Chefin Nicole Tapsklöpler: "Varies lieben alles, was süß ist." "Die Fütterungen machen mir am meisten Spaß", erzählt Anna-Lena. "Es ist toll, dass die Tiere so zutraulich sind."

Allerdings besteht der Tierpfleger-Beruf nicht nur aus den schönen Seiten. "Wir wollen den Praktikanten zeigen, dass es nicht nur Fütterungen und süße Tiere gibt", so Nicole. "Wir müssen die Ställe ausmisten und neu einstreuen, die Becken säubern, Futter schneiden und so weiter. Es gibt eigentlich immer etwas zu tun." Anna-Lena macht ihr Praktikum trotzdem viel Spaß, auch wenn es sehr anstrengend ist. "Abends falle ich dann immer völlig K.O. ins Bett." 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So verbringen die Zehntklässler ihr Betriebspraktikum www.HalternerZeitung.de

 

Lesen Sie jetzt