Zelt in Sythen muss ausgetauscht werden

Notunterkunft für Flüchtlinge

Aufregung an der Landesnotunterkunft am Stockwieser Damm: Weil das Kreisgesundheitsamt interveniert hat, muss das Zelt dort wieder abgebaut werden. Der Betreiber der Unterkunft, das Rote Kreuz, muss sich nun um eine Lösung bemühen.

HALTERN

, 26.09.2015, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Berlin verständigten sich die Regierungschefs der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel Donnerstag darauf, Nordrhein-Westfalen zusätzlich 215.999.785 Euro für die Flüchtlingshilfe anzuweisen. 516 719 Euro von der Gesamtsumme, die nach NRW geht, fließen nach Haltern. Diese Nachricht übermittelte am Freitag die CDU-Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe. 

In der Landesnotunterkunft am Stockwieser Damm gab es derweil Aufregung. Das Zelt im Eingangsbereich wird wieder abgebaut, weil das Kreisgesundheitsamt interveniert hat. „Es eignet sich allenfalls für Notzwecke, nicht aber für eine dauerhafte Unterbringung, weil es nicht winterfest ist“, erklärte am Freitag auf Anfrage Kreispressesprecher Jochem Manz.

Verlegung nach Coesfeld

Die Konsequenz: In Eile musste das Rote Kreuz, als Betreiber der Unterkunft, die dort untergebrachten Flüchtlinge nach Coesfeld fahren. „Die Familien wollten in Sythen bleiben, sie haben sich wohlgefühlt“, bedauert Christoph Schlütermann (Vorstand Kreisverband Coesfeld) die Entscheidung. Jetzt wird ein neues Zelt aufgestellt, das den Forderungen des Kreisgesundheitsamtes entspricht.

Die ersten registrierten, untersuchten und geimpften Flüchtlinge verlassen in den nächsten Tagen Sythen. Sie werden auf Kommunen verteilt, bleiben aber nicht im Kreis. Neue Flüchtlinge werden nachrücken, generell bleibt die Unterkunft auf 200 Personen ausgerichtet.

„Die Menschen haben eine schwierige Odyssee hinter sich, wir müssen ihnen helfen“, betonte am Freitag auf der DRK-Landesverbandstagung im Seehof Vorsitzender Ludger Jutkeit.

Hilfe koordinieren

Das Rote Kreuz betreut derzeit 100 Notunterkünfte in NRW sowie 14 Erstaufnahmeeinrichtungen. „Nur im Zusammenspiel vieler Kräfte ist es möglich, Hilfe gut und koordiniert zu leisten“, betonte Jutkeit. „Wir strecken uns gerade schon bis zur Decke“, beschrieb Christoph Schlütermann die enormen Leistungen der Haupt- und Ehrenamtlichen.

Mittlerweile werde es vor allem schwer, Material und Unterkünfte zu besorgen. Die Stadt Haltern denkt über weitere Notunterkünfte an der Annabergstraße, auf dem Schachtgelände AV 9 in Lippramsdorf und in einem Hotel nach. Ebenso über Wohnungsbau.

Erster Beigeordneter Hans-Josef Böing dazu: „Die Verwaltung hat den Bau von Vier- bis Achtfamilienhäusern im Sinn, die, dezentral verteilt, auch in den Ortsteilen gebaut werden könnten.“ Letztlich gehe es darum, Akzeptanz in der Bevölkerung zu bewahren und Integration zu erleichtern. Für den Bau solcher Häuser werden derzeit Förderprogramme aufgelegt. 

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