Zukunft von Schloss Sythen ist weiter offen

Entscheidung bald erwartet

Erst konnten sich die Bau- und Bodendenkmalbehörde nicht auf einen Standort für einen Erweiterungsbau auf Schloss Sythen einigen. Jetzt schlagen sie gemeinsam den Innenhof dafür vor. Mit dieser Idee aber kann sich der Förderverein Schloss Sythen nach wie vor nicht anfreunden.

HALTERN

, 31.01.2017, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zukunft von Schloss Sythen ist weiter offen

Bauamtsleiterin Anette Brachthäuser stellte gemeinsam mit Robert Hüser (l.) und Wilhelm Haverkamp vom Förderverein Schloss Sythen die aktuelle Sachlage vor. Michael Buttgereit, Geschäftsführer der "Guten Botschafter", war auf einer Dienstreise. Er will sich erst äußern, wenn ihm die Informationen der Stadt vorliegen.

Die Standortfrage für einen möglichen neuen Firmensitz des Kommunikations- und Designbüros „Gute Botschafter“ auf dem Gelände von Schloss Sythen ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Dabei haben sich die Denkmalbehörden des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) mittlerweile darauf geeinigt, einen Neubau im Innenhof am Standort des abgerissenen Herrenhauses zu empfehlen.

Harmonisch einfügen

Dieser dürfte in seinen Abmessungen und in seinem Volumen nicht größer ausfallen als das historische Gebäude und soll sich harmonisch in den Gesamtbestand einfügen. Gerade diese Variante aber wird vom Förderverein des Schlosses abgelehnt.

Während sich die Münsteraner Denkmalpfleger eine moderne Erweiterung des Schlosses ausschließlich innerhalb des bestehenden Ensembles vorstellen können, hätten die engagierten Ehrenamtler es lieber gesehen, den geplanten Firmensitz außerhalb anzusiedeln. „Die Grünfläche im Innenhof darf nicht bebaut werden“, bekräftigte Fördervereinsvorsitzender Wilhelm Haverkamp.

Kooperation

Als der Vorstand des Fördervereins von Bauamtsleiterin Anette Brachthäuser über das Ergebnis der Abstimmung beim LWL informiert wurde, zeigten die tatkräftigen Schlossgeister entsprechend „lange Gesichter“. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, erklärte Wilhelm Haverkamp. Der Förderverein sei aber weiterhin zu einem Kompromiss bereit. Er wolle eine Ansiedlung der „Guten Botschafter“ nicht grundsätzlich verhindern und sehe die Chance, die gesamte Anlage durch die Nutzung von Synergieeffekten langfristig zu sichern.

Neuer Vorschlag

Weil sich der vom Förderverein gewünschte Standort für das Firmengebäude südlich jenseits der Zufahrt aus Sicht der Denkmalschutzbehörden überhaupt nicht verwirklichen lässt, schlägt der Vorstand nun eine Lösung auf den Fundamenten des ebenfalls abgerissenen Wirtschaftsgebäudes vor. Dieses schloss sich quer an den jetzigen großen Saal an und stand dem Herrenhaus gegenüber. Die Stadt will nun den LWL kurzfristig für nächste Woche zum Austausch vor Ort einladen, an dem auch der Förderverein teilnehmen soll. Dann soll auch der neu in die Diskussion gebrachte Standort zum Thema gemacht werden. „Für uns als Stadt ist es wichtig, dass wir einen Weg hinbekommen, mit dem beide Seiten leben können“, sagte Anette Brachthäuser.

Keine "Hängepartie"

Nach ihren Vorstellungen soll die „Hängepartie“ für alle Beteiligten nicht mehr ewig dauern. „Wir brauchen jetzt eine Entscheidung“, sagte sie. Im März könnte das Thema in Ausschüssen und Rat behandelt werden. 

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