Zurzeit kommt gerade mal ein Schiff an der Lippedeich-Baustelle in Lippramsdorf an

rnInteraktive Karte

Um Lkw-Touren zu sparen, bringen Schiffe Sand zur Lippedeich-Baustelle in Lippramsdorf. Zurzeit kommt aber nur ein Schiff an. Wir erklären die Großbaustelle in unserer interaktiven Karte.

Lippramsdorf

, 28.04.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein 80 Zentimeter breites Förderband überspannt die Lippe von Marl nach Lippramsdorf. Hierüber transportiert der Lippeverband zurzeit den überwiegenden Teil des Materials für den neuen Deich. Den Sand bringen Schiffe von Trechtingshausen (Landkreis Mainz/Bingen) bis zum alten Hafen Auguste Victoria in Marl. Doch zurzeit legen weniger Schiffe an als angekündigt. „Diese Beobachtung ist richtig“, bestätigt Anne-Kathrin Lappe, Sprecherin des Lippeverbandes.

Pläne nach den Ferien

Die Schiffe waren bei den ersten Anlieferungen mit 700 Kubikmeter Bodenmaterial beladen, entsprechend häufig legten Frachter im Bergwerkshafen gegenüber der Lippramsdorfer Baustelle an. „Heute liefert dagegen ein Schiff rund 2000 Kubikmeter an“, erläutert Anne-Kathrin Lappe auf Nachfrage.

Nach den Osterferien ist geplant, dass nicht täglich, sondern wöchentlich drei bis vier Schiffstransporte organisiert werden. Über den Rhein und den Wesel-Datteln-Kanal kommen dann etwa 7000 Kubikmeter (etwa 11.000 Tonnen) Stützkörpermaterial an. Um sich die Menge vorstellen zu können, ein Vergleich: 7000 Vier-Rad-Mülltonnen wären nötig, um dieses Material zu fassen.

Material vorrätig

Außerdem sind im Zwischenlager südlich der Lippe, also auf Marler Gebiet, etwa 70.000 Kubikmeter weiterer Baumaterialien vorrätig. Auch das wurde per Schiff angeliefert. „Obwohl gerade weniger Schiffe anlegen, gibt es auf der Baustelle überhaupt keine Probleme“, betont Anne-Kathrin Lappe.

Beidseitig der Lippe baut die Firma Bunte im Auftrag des Lippeverbandes die Deiche auf fünf Kilometer Flussstrecke neu. Dafür werden insgesamt 3,2 Millionen Kubikmeter Boden bewegt. In den kommenden sieben Jahren werden außerdem die alten Deiche abgetragen und eine neue 60 Hektar große Aue gestaltet. Um die Belastungen durch Baustellenverkehr und Bodentransporte in Lippramsdorf in Grenzen zu halten, organisiert der Lippeverband - auch unter dem Druck der Politik - 65 Prozent der Anlieferung auf dem Schiffsweg. Das ganze Deich-Projekt kostet über 95 Millionen Euro.

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