Zwei Geständnisse liegen vor - Polizei sucht die Tatwaffe

Mordfall Kandaouroff

Der Polizei liegen zwei Geständnisse im Mordfall Kandaouroff vor. Das wurde bei der Pressekonferenz am Dienstagmorgen in Recklinghausen bekannt gegeben.

HALTERN/RECKLINGHAUSEN

22.02.2011, 10:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch die Maske, die der 41-jährige Halterner bei der Tat trug, wurde noch einmal präsentiert.

Auch die Maske, die der 41-jährige Halterner bei der Tat trug, wurde noch einmal präsentiert.

Ausgangspunkt des Ermittlungserfolges war ein Hinweis nach der Sendung "Aktenzeichen XY" im November 2010. Der Zeuge gab einen Hinweis auf einen der drei Täter. In den nachfolgenden Wochen wurde dieser Hinweis durch Ermittlungen der Mordkommission beweiskräftig untermauert. Dabei stand unter anderem das persönliche Umfeld des Tatverdächtigen im Fokus der Beamten der Mordkommission. Die verdeckt geführten Ermittlungen brachten dann weitere Erkenntnisse zu den mutmaßlichen Mittätern, die letztendlich zur Festnahme des Trios führte.

Wie bereits bekannt fand die erste Festnahme am Donnerstagmorgen (17.2.) in Haltern durch Ermittler der Mordkommission statt. Festgenommen wurde in einem Reisebüro der Innenstadt der 41-jährige Halterner. Die beiden weiteren Beschuldigten (ein 46-Jähriger aus Schermbeck und ein 47-Jähriger aus Haltern) wurden im weiteren Verlauf des Tages durch SE-Kräfte am Arbeitsplatz in Gelsenkirchen bzw. in Haltern festgenommen.

Anhand der beiden Geständnisse ergibt sich für die Polizei folgendes Tatgeschehen: Noch im Eingangsbereich der Villa löste sich ein Schuss, durch den der 80-jährige Klaus Kandaouroff tödlich getroffen wurde. In seiner Vernehmung gab der 41-jährige Halterner zu, bei der Tat die Waffe in der Hand gehalten zu haben. Zusammen mit dem 46-jährigen Schermbecker flüchtete er zu Fuß vom Tatort.

Der dritte Mittäter, der 47-Jähriger aus Haltern, hatte sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem PKW etwas vom Tatort abgesetzt. Die beiden zu Fuß flüchtenden Männer liefen dann zu einer Kanalbrücke, wo sie eine Maske und die Waffe mit Munition getrennt wegwarfen. Anschließend setzten sie die Flucht unabhängig voneinander fort, so dass jeder „irgendwie versuchte, nach Hause zu kommen“.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen nach der Tat konnte eine Patrone auf einer Brücke aufgefunden werden. Eine zweite Patrone fanden Taucher im Kanal. Die Tatmaske wurde von einem Zeugen, der sie gefunden hatte, der Polizei übergeben. Die Tatwaffe wurde noch nicht gefunden, die Suche dauert zurzeit noch an. Der 41-jährige Halterner gab in seiner Vernehmung ebenfalls zu, den Raubüberfall in Bochum im Jahr 2006 begangen zu haben. Die Ermittlungen hinsichtlich seines Mittäters dauern an. Hierbei handelt es sich nicht um einen der beiden anderen Festgenommenen. Am 17. Februar wurde dem 41-jährigen Halterner eine Speichelprobe entnommen und von einem Blutgruppeninstitut untersucht.  

Noch am gleichen Tage ergaben diese Untersuchungen, dass sein DNA-Muster mit dem DNA-Muster aus der Tatmaske und dem DNA-Muster, das man im Jahr 2006 anlässlich der Spurensuche in der Wohnung der damals geschädigten Frau nach dem Überfall in ihrer Wohnung gefunden hatte, übereinstimmte. Zur damaligen Tatzeit gelangten zwei Täter in das Einfamilienhaus der allein stehenden Frau und zwangen diese zur Herausgabe von Geld und Schmuck im Wiederbeschaffungswert von über 100.000 Euro.

Der 80-jährige Klaus Kandaouroff war am 29. Mai 2010 gegen 22.30 Uhr getötet worden. Er befand sich mit seinem PKW auf dem Nachhauseweg vom Hotel Seehof in Haltern, als er vor seinem Wohnhaus in Datteln, Ahsener Straße 131, von zwei Tätern durch einen Kopfschuss erschossen wurde. Durch eine vorhandene Überwachungsanlage wurden die beiden Täter auf dem Grundstück des Geschädigten gefilmt.   

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