Zwei neue Windräder wachsen bei Eppendorf

Windkraft

Die Betonfundamente sind gegossen, die Zuwegungen angelegt: In Lippramsdorf befinden sich derzeit zwei weitere Windenergieanlagen im Baustadium, nördlich der B 58 und westlich der Granatstraße. Im Juni soll der Betrieb laufen.

LIPPRAMSDORF

, 19.01.2017, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei neue Windräder wachsen bei Eppendorf

Werner Eßling, Wilhelm Koch und Georg Dammann (v.l) wollen mit weiteren Mitgesellschaftern zwei Windenergieanlagen im Norden von Lippramsdorf errichten.

Zwei Gesellschaften errichten die beiden Anlagen: Die Windenergie Hawig GmbH & Co KG sowie die EDO Wind GmbH & Co. KG. Gesellschafter sind Lippramsdorfer Landwirte, die unter Beteiligung von weiteren Lippramsdorfer Bürgern jeweils eine Anlage errichten möchten.

Bereits im Jahr 2011 war für beide Anlagen ein immissionsrechtlicher Vorbescheid beim Kreis beantragt worden. Dieser wurde seinerzeit aus Gründen des entgegenstehenden Flächennutzungsplanes der Stadt Haltern (Ausweisung von Windvorrangzonen an anderer Stelle) und der Nicht-Vereinbarkeit mit dem Landschaftsschutz zunächst abgelehnt. Sowohl das Oberverwaltungsgericht Münster als auch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hielten aber diese Gründe für nicht haltbar.

Die Landwirte weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie in der schwierigen Lage für die Landwirtschaft neue Standbeine als Windenergieproduzenten suchen. „Selbstverständlich möchten wir dieses Bauvorhaben und auch den späteren Betrieb der beiden Anlagen in größtmöglichem Einvernehmen mit den Bürgern und den unmittelbaren Nachbarn durchführen“, sagt dazu Werner Eßling, einer der Geschäftsführer der Windenergie Hawig GmbH.

Dieser Gesellschaft gehören sieben Gesellschafter an, weiterer Geschäftsführer ist Georg Dammann. Die Geschäfte der EDO Wind führen Wilhelm Koch und Markus Nolte, insgesamt 20 Mitglieder haben sich in dieser Gesellschaft zusammengeschlossen.

Ansprechpartner vor Ort

„Unser Ziel ist es, die Emissionen der Anlagen möglichst gering zu halten und die Belastungen auf ein Minimum zu reduzieren“, ergänzt Georg Dammann. „Da wir die Anlagen auch später selbst betreiben, stehen wir als Ansprechpartner vor Ort bei Problemen zur Verfügung.“

„Alle erforderlichen Genehmigungen sind erteilt, wir werden alle Auflagen beachten“, so Wilhelm Koch. „In einem zweijährigen Monitoring werden unter anderem mögliche Auswirkungen auf Fledermäuse begutachtet“.

Darüber hinaus wird insbesondere bei der Anlage nördlich der B 58 (Nähe Hof Hawig) auf den Schattenwurf und die Lärmbelastung geachtet. „Es gibt einige Einschränkungen für den Tagesbetrieb bei bestimmten Sonnenständen, außerdem fahren wir die Anlage nachts leitungsreduziert, damit die zulässigen Lärmemissionen nicht überschritten werden“, sagt Werner Eßling.

Rund um die Anlagen liegen zurzeit große Strohballen, damit hier die Bodenfestigkeit für den Aufbau der Kräne trotz des derzeitigen Frostes getestet werden kann. Ab Mitte Februar soll der Betonaufbau der Türme erfolgen, für Mitte April/Mai ist die Endmontage vorgesehen.

Betrieb ab Juni

Die Gesellschafter hoffen, ab Juni die gewonnene Energie ins Netz der Halterner Stadtwerke einspeisen zu können. Die jetzt angelegten Zufahrten werden nach Abschluss der Bauarbeiten in Teilbereichen wieder zurückgebaut. Nach Betriebsende, also in etwa 20 Jahren, sind die Betreiber verpflichtet, die Anlagen wieder abzubauen.

Ob sie noch weitere Anlagen errichten werden, steht noch nicht endgültig fest. „Die Einspeisevergütung wird in Zukunft sinken. Neben der Genehmigungsfähigkeit wird es davon abhängen, ob sich dann der Betrieb noch lohnt“, sagt Werner Eßling. 

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