240.000 Euro Schaden: Abschluss der Ermittlungen gegen Ex-Bankmitarbeiter nicht in Sicht

rnVerdacht der Untreue

Seit April 2018 ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Volksbank Gronau-Ahaus. Kunden soll ein Schaden in Höhe von 240.000 Euro entstanden sein.

Nienborg

, 11.09.2019, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Ende ist (noch) nicht in Sicht: Seit nunmehr 17 Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Volksbank Gronau-Ahaus. Ermittelt wird gegen den ehemals in der Volksbank-Filiale in Nienborg beschäftigten Mann wegen des Verdachts der Untreue und der veruntreuenden Unterschlagung. Den Kunden soll ein Schaden in Höhe von 240.000 Euro entstanden sein.

Die Volksbank hatte im Frühjahr 2018 Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Mitarbeiter gestellt. Der Mann war schon vor Bekanntwerden der Vorwürfe in den Ruhestand gegangen.

Akteneinsicht gewährt

In den vergangenen Monaten sei unter anderem dem Verteidiger des Beschuldigten Akteneinsicht gewährt worden, teilte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, jetzt auf Anfrage unserer Redaktion schriftlich mit. Zudem hätten ergänzende Ermittlungen stattgefunden.

Konkrete Fragen zu Ermittlungsergebnissen und Tatvorwürfen beantwortete der Oberstaatsanwalt nicht. Der Beschuldigte solle wegen der für ihn geltenden Unschuldsvermutung nicht aus den Medien erfahren, welcher Vorwurf gegen ihn im Raum stehe.

Keine Hinweise auf Mittäter

Auf die Frage, ob es Mittäter oder Mitwisser gebe, antwortete Martin Botzenhardt, dass sich das Ermittlungsverfahren nach wie vor nur gegen einen Beschuldigten richte. Einen endgültigen Abschluss der Ermittlungen könne er „zeitlich verlässlich“ nicht prognostizieren.

Ins Rollen geriet das Ermittlungsverfahren, als ein Bankkunde Unregelmäßigkeiten auf einem ihm bis dato unbekannten Girokonto entdeckte und die Bank informierte. Der Kunde war seit vielen Jahren von dem Mitarbeiter der Volksbank Gronau-Ahaus in Nienborg beraten und betreut worden.

Konto ohne Wissen des Kunden eingerichtet

Die Kanzlei Dillerup und Rohn in Münster, die den Kunden vertritt, machte den Sachverhalt öffentlich: Der Ex-Mitarbeiter der Bank soll unter anderem ohne Wissen des Kunden ein Konto eingerichtet und dieses mit einem Dispolimit bis zu einem Betrag von 30.000 Euro ausgeschöpft haben.

Um hinterher zu verschleiern, dass der Dispokredit in Anspruch genommen wurde, soll der Bankmitarbeiter die Zinsen auf einem Unterkonto zuerst in bar in Nienborg und anschließend per Karte an einem Automaten eingezahlt haben.

Zudem seien seinem Mandanten, so Rechtsanwalt Werner Dillerup, gefälschte Kontoauszüge und Wachstumssparunterlagen ausgehändigt worden. Die Fälschungen hätten dazu geführt, dass sich der Kunde über Jahre im Glauben wähnte, über ein Wachstumssparkonto zu verfügen.

Bank entschädigte Kunden

In Wirklichkeit jedoch soll der Mitarbeiter das Wachstumssparen-Konto offenbar taggleich angelegt und sodann aufgelöst haben. Zusätzlich seien die Fälligkeit des Wachstumssparens, die Kontoauszüge und die Zinsstaffel gefälscht worden. Die Kundengelder soll der Ex-Mitarbeiter offenbar in bar auf sein eigenes Konto eingezahlt haben.

Die Volksbank Gronau-Ahaus hatte nach Bekanntwerden der Manipulationen betroffene Kunden für den entstandenen Schaden entschädigt sowie „interne Prozesse geprüft und Abläufe angepasst“.

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