58.000 Euro für LKW in kleinen Scheinen bezahlt

Kurioser Gerichtsprozess

Mit einem Koffer voller Fünf-Euro-Scheinen wollte eine Nienborger Firma einen 58.000 Euro teuren LKW bezahlen. Die Mitarbeiter, die das Fahrzeug auslieferten, weigerten sich, das Geld anzunehmen. Daraufhin eskalierte die Situation. Ein Fall für das Amtsgericht in Ahaus.

HEEK

, 22.03.2016, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angeklagt waren bei dem Prozess am Montag der 57-jährige Geschäftsführer einer Nienborger Firma wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung und sein 31-jähriger Sohn ebenfalls wegen Freiheitsberaubung.

Der Vorfall, um den es ging, ereignete sich bereits vor einem Jahr. Die Angeklagten hatten bei einer Ahauser Firma einen LKW bestellt und schon vor der Auslieferung habe es einige Probleme gegeben, so der 57-jährige Angeklagte. Unter anderem bestand die Ahauser Firma auf eine Barzahlung - immerhin 58.000 Euro.

Retourkutsche

Der Termin der Übergabe war für 17 Uhr an einem Freitag angesetzt. "Das viele Bargeld musste ich den ganzen Tag in meinem Büro lagern. Einen Tresor habe ich nicht", sagte der Angeklagte. Dadurch habe er sich sehr unsicher gefühlt und sich "in Gefahr begeben".

In einer Halle fand dann die Übergabe des Fahrzeugs mit rund 15 Mitarbeitern der Nienborger Firma statt. Doch als die Mitarbeiter der Ahauser Firma den Koffer voller Geld öffneten, staunten sie nicht schlecht: Er war voll mit Fünf-Euro-Scheinen. "Wenn man uns zu einer Barzahlung zwingt, dann muss man mit einer Retourkutsche rechnen", sagte der Angeklagte.

Der Geschäftsführer forderte die Ahauser auf, das Geld zu zählen. Diese wollten die Scheine jedoch nicht annehmen und stattdessen die Halle verlassen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die beiden Angeklagten daraufhin vor den Ausgang gestellt haben. Außerdem soll der 57-jährige einen der Ahauser gegen einen Pfeiler geschubst haben.

Mehrere Strafverfahren

Schließlich sollen die Mitarbeiter der Ahauser Firma es geschafft haben, das Tor zu öffnen und die Halle "auf allen Vieren kriechend" zu verlassen, heißt es in der Anklage. Dem widersprach der 57-Jährige. Er habe das Tor selber geöffnet und die Ahauser seien aufrecht aus der Halle gegangen.

Dieser Vorfall zog mehrere Strafverfahren gegen alle Beteiligten nach sich. Sowohl die Richterin als auch die Verteidiger der beiden Angeklagten nannten dies "unverhältnismäßig". Gegen beide Angeklagte wurde das Verfahren deswegen eingestellt. Der 57-Jährige muss eine Geldbuße in Höhe von 300 Euro zahlen. Bei der Verkündung witzelte er: "In bar oder per Überweisung?"

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