Abschied von Argentinien fällt schwer

17.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Heek/Rosario "Es gibt in Rosario zwei deutsche Vereine, die von Einwanderern Anfang des 20 Jahrhunderts gegründet wurden. Dabei wird dem einen allerdings eine nationalsozialistische Gesinnung nachgesagt", erzählt Mensing weiter. Dass dies einfach toleriert wird, verwundert ihn wenig. So fanden nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Präsidentschaft Peróns viele Naziverbrecher in Argentinien Unterschlupf darunter Adolf Eichmann, Josef Mengele sowie Walter Rauff.

Geschichte präsent

"Auf die deutsche Geschichte wird man hier auch in nahezu jeder Situation angesprochen. Sei es im Unterricht, auf Partys oder bei einem Mate (teeähnliches Nationalgetränk) im Park. Meiner Ansicht nach haben wir dabei die besondere Verantwortung aus der Geschichte Deutschlands, dem Rede und Antwort zu stehen und auch all zu häufig Missverständnisse auszuräumen. Generell wird man als Deutscher in Argentinien mehr als herzlich empfangen und durch die offene, gesellige Art der Argentinier schnell ins Alltagsleben integriert. Eine Sprachbarriere ist für einen Argentinier kein Hindernis. Irgendwie verständigt man sich immer, notfalls mit Händen und Füßen.

Nun, in der letzten Woche meines Aufenthaltes in Argentinien, verstehe ich das meiste. Alles in allem ist ein Auslandssemester wie dieses eine einmalige und unbezahlbare Erfahrung. Über meinen eigenen Tellerrand zu schauen, hat mir neue Horizonte eröffnet.

Rucksackreise

Am Ende dieses Aufenthaltes fällt es mir nun schwer, Rosario und Argentinien und damit auch meine neu gewonnenen Freunde zu verlassen. Von denen wurde ich bei einem Bier bereits als ,medio argentino' - als halber Argentinier - bezeichnet. Da darf ich mich wohl geschmeichelt fühlen.

So ganz bin ich ja auch noch nicht weg. Bis Mitte September werde ich mit meinen sieben Sachen im Rucksack durch Bolivien, Peru und Brasilien reisen - Endspurt und zugleich auch Höhepunkt der Reise."

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