Ahauser Notarzt muss weiter fahren – Heek ist trotzdem „in einer glücklichen Lage“

rnNotarztversorgung in Heek

Nach der Notarztdiskussion in Vreden wollten die Heeker Politiker wissen, wie es um die Notfallversorgung steht. Dabei interessierte sie, was passiert, wenn der Ahauser Notarzt in Vreden ist.

Heek

, 28.11.2019, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Name Heek ist bei der Notarztdiskussion bisher Gott sei Dank nicht thematisiert worden.“ Heeks CDU-Fraktionschef Walter Niemeyer wollte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend aber trotzdem wissen, wie sich die Veränderung der Notarztstruktur im Kreis für Heek auswirken wird.

Hintergrund: Ab Januar wird es in Vreden keinen Notarztstandort mehr geben. Im Kreis gibt es danach mit Ahaus, Stadtlohn, Borken, Bocholt und Gronau nur noch fünf Standorte, von denen aus ein Notarzt ausrücken wird. Die sind dann zuständig für 17 Städte und Gemeinden im Kreis, insgesamt 1054 Kilometer Straßen und 1420 Quadratkilometer Fläche, auf denen rund 370.000 Einwohner leben.

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Mit dem Wegfall des Notarztstandortes in Vreden verändert sich die Einsatzstruktur der Notärzte aus Stadtlohn und Ahaus. Die sind dann auch für den Raum Vreden zuständig.

Ahauser Notarzt fährt in Zukunft auch bis nach Ellewick

Wie Heribert Volmering, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung beim Kreis Borken, ausführte, ist vorgesehen, dass der Notarzt aus Ahaus den nördlichen Bereich Vredens mit den Ortsteilen Lünten, Ellewick und Ammeloe zusätzlich übernehmen wird. Aus Stadtlohn soll der Notarzt zu Einsätzen in den übrigen Bereichen Vredens ausrücken.

Wie Heribert Volmering erklärte, bedeutet das für den Ahauser Notarzt, dass er rund 25 Prozent der bisherigen Einsätze des Vredener Notarztes (363 in 2018) übernehmen wird. Damit würden auf den Notarzt aus Ahaus rund 80 Einsätze im Raum Vreden zukommen. Das bei einer derzeitigen Zahl von 1054 Einsätzen im Jahr.

Notarztstandort kann mehr leisten

„Das ist weit davon entfernt, was ein Notarztstandort leisten kann“, schilderte Heribert Volmering. Der Notarzt in Bocholt habe zum Beispiel schon rund 2600 Einsätze im Jahr gefahren. Im Vorjahr lag die Zahl dort bei 1831 Einsätzen.

„Klar ist, der Ahauser Notarzt muss ein bisschen weiter fahren“, räumte Heribert Volmering ein. Was ist, wenn der Ahauser Notarzt in Vreden unterwegs ist? Diese Frage war für die Kommunalpolitiker natürlich wichtig.

Heek ist in einer „glücklichen Lage“

Wie Heribert Volmering ausführte, ist Heek „in der glücklichen Lage“, zeitnah auch vom Notarzt aus Gronau erreichbar zu sein. So könnten doppelte Einsatzgeschehen aufgefangen werden, schilderte Volmering.

Dadurch würden „keine gravierenden Zeitverluste entstehen“, betonte der Mitarbeiter des Kreises. Und: „Heek ist dadurch relativ gut abgesichert“. Die rettungsdienstliche Versorgung werde sich „in Zukunft nicht gravierend ändern oder verschlechtern“, ergänzte Volmering

Einsatzzahlen der Notärzte rückläufig

Gleichzeitig führte der Fachbereichsleiter aus, dass die Einsatzzahlen der Notärzte seit 2015 rückläufig sind. „Das hängt damit zusammen, dass die Notfallsanitäter wesentlich besser ausgebildet sind“, sagte Volmering (siehe Infokasten unten). Oft sei kein Notarzt bei Einsätzen mehr erforderlich.

Zwölf Minuten sei die sogenannte Hilfsfrist. Das sei die Zeit, die vom Notruf bis zum Eintreffen des erstens Hilfsmittels eingehalten werden sollte. Heribert Volmering berichtete den Mitgliedern des Ausschusses, dass diese Hilfsfrist in Heek in 96 Prozent aller Einsätze eingehalten wird. Auf Kreisebene seien es 93 Prozent.

Politiker zufrieden mit den Informationen

Angestrebt sei die Einhaltung der Hilfsfrist in 95 Prozent aller Fälle. 90 Prozent seien aber schon gut, erklärte Volmering. Er wies auch darauf hin, dass die zwölf Minuten keine gesetzliche Vorgabe seien: „Es gibt ein Gerichtsurteil“, in dem diese zwölf Minuten gefordert wurden.

„Die Zahlen sprechen für sich“, gab sich Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff nach den Ausführungen von Heribert Volmering beruhigt, was die norärztliche Versorgung Heeks ab Januar 2020 angeht. Die Ausführungen des Mitarbeiters der Kreisverwaltung zeigten Wirkung, sie sorgten für Beruhigung. Von Seiten der Politiker gab es keine weiteren Fragen zur Notarztversorgung für Heek und Nienborg.

Seit 2014 hat der Kreis seine eigene Schule
für die Ausbildung von Notfallsanitätern

  • Rund 520 Stunden Ausbildung musste noch vor ein paar Jahren ein Rettungssanitäter absolvieren, bevor er auf dem Rettungswagen eingesetzt wurde.
  • Heute dauert die Vollausbildung für einen Notfallsanitäter rund drei Jahre. „Der ist entsprechend höher qualifiziert und hat mehr Kompetenzen“, sagt Heribert Volmering vom Kreis Borken.
  • Schon seit 2014 werden in der Rettungsdienstschule in Bocholt Notfallsanitäter ausgebildet.
  • Mittlerweile gibt es 110 Notfallsanitäter, die im Kreis Borken auf Rettungswagen Dienst tun. Ziel sei es, 140 Notfallsanitäter im Kreisgebiet einzusetzen, erklärte Heribert Volmering. Und: Jährlich werden 20 neue Notfallsanitäter ausgebildet.
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