Alfons Homölle teilt seit 50 Jahren das Leben mit den Gläubigen

rnGoldenes Priesterjubiläum

Alfons Homölle aus Heek-Ahle hat in 50 Jahren als Priester menschliche Höhen und Tiefen seelsorgerisch begleitet. Bis er 17 Jahre alt war, hatte er allerdings beruflich ganz andere Pläne.

Heek

, 07.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer gemeinsam mit seinen acht Geschwistern drei Mal am Tag die Glocken an der Ahler Kapelle läutet, wird früh vom kirchlichen Umfeld geprägt. Pfarrer em. Alfons Homölle, dessen Priesterweihe am Samstag 50 Jahre zurückliegt, hatte aber zunächst einen ganz anderen Berufswunsch. „Nach der Volksschule habe ich Dreher gelernt und wollte gerne Ingenieur werden. Mit 17 habe ich mir dann plötzlich die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt.“

Alfons Homölle entschied sich, das altsprachliche erzbischöfliche Abendgymnasium in Neuss zu besuchen. Morgens arbeitete er in der Schlosserei, von 16 bis 21 Uhr besuchte Alfons Homölle den Unterricht.

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Der Ahler studierte in Münster und München Theologie und Philosophie und wurde am 11. Juli 1970 im Münsteraner Dom zum Priester geweiht. „Insgesamt wurden an diesem Tag 25 junge Männer geweiht. Meine Eltern, Geschwister, weitere Freunde und Verwandte aus Ahle waren mit dabei. Für mich war es eine sehr bewegte Feier, das Gefühl ist vielleicht mit den Empfindungen junger Leute vor einer Hochzeit vergleichbar“, erinnert sich Alfons Homölle an den großen Tag. Am Tag darauf folgte dann seine erste Primiz in der Rektoratsgemeinde Ahle Heilig Kreuz. „Ganz Ahle war auf den Beinen, um mir einen überwältigenden Empfang zu bereiten“, erzählt Alfons Homölle.

Priester ist immer noch sein Traumberuf

Als Kaplan arbeitete er zunächst jeweils vier Jahre lang in Waltrop und Weeze sowie sechs Jahre in Drensteinfurt. 1984 wurde Alfons Homölle dann Pfarrer in der Gemeinde St. Lambertus in Ascheberg, wo er 25 Jahre lang blieb. „Das war eine schöne, erfüllte Zeit“, fasst Alfons Homölle sein Vierteljahrhundert in der Gemeinde im Kreis Coesfeld zusammen. 2009 zog es den heimatverbundenen Seelsorger dann wieder in die Heimat. Er übernahm eine Stelle in der Ahauser Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt. Seit 2018 ist Alfons Homölle emeritiert, leitet jedoch weiterhin Gottesdienste in Ahaus, aber auch in Heek. Immer mal wieder kehrt er so auch in die Ahler Kapelle und damit an den Ort seiner Jugend zurück.

Wenn es darum geht, wie er seinen Beruf versteht, zitiert Alfons Homölle seinen Primizspruch: „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude.“ „Priester ist bis heute mein Traumberuf, weil es so schön ist, mit Menschen das Leben zu teilen, in Freude und Leid“, sagt er und weiß gerade aus seinen 20 Jahren als Notfallseelsorger im Kreis Coesfeld, dass das Priesterdasein nicht nur schöne Seiten hat. „Da braucht man viel Kraft.“

Jubiläumsfeier verschiebt sich um ein Jahr

Im Laufe der Jahre habe sich aus seiner Sicht in der Kirche einiges verändert. Während vor 50 Jahren Begeisterung über die Veränderungen innerhalb der Kirche vorherrschte, prägen heute Fehler und Krisen das Bild. Gerade der Missbrauchsskandal habe der Kirche extrem geschadet. Obwohl die Anzahl der aktiven Gläubigen zurückgegangen ist, gebe es immer noch „viele engagierte Christen, die sich einsetzen“.

Der Heeker Pastor Josef Leyer hat zu Alfons Homölles goldenem Priesterjubiläum ein Buch mit dem Titel „Ahler Gedanken“ herausgegeben. In sieben Kapiteln sind biographische Notizen verbunden mit Ahler Lokalkolorit und Kreuz-Gedanken. „Ich war sehr überrascht, als er es mir gezeigt hat“, freut sich der heute 77-Jährige.

Coronabedingt verschiebt sich die Feier des Jubiläums nun um genau ein Jahr. An ein ruhiges Wochenende denkt Alfons Homölle aber nicht: „Ich werde am Samstagabend einen Gottesdienst in St. Mariä Himmelfahrt feiern und in der Predigt einige persönliche Worte sprechen“, blickt er voraus. Denn auch nach 50 Priesterjahren ist für den Ahler das Evangelium „die beste Botschaft der Welt“.

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