Alte Postkarten erzählen

Heek Alte Postkarten mit historischen Ansichten erweisen sich zunehmend als wichtige Zeitdokumente - nicht nur aus heimatkundlicher Sicht.

16.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die abgebildete, 1916 herausgegebene Mehrbildkarte zeigt drei Gebäudeansichten, die heute überhaupt nicht mehr oder in baulich stark verändertem Aussehen vorhanden sind. Die Einrichtungen lagen räumlich dicht beieinander und waren bedeutsam für die Gemeindeinfrastruktur.

Viel Volk hatte sich eingefunden, als der Fotograf die Aufnahme vom Gasthof Hartmann (oberes Bild) machte. Die Errichtung des Gebäudes muss grob um 1900 datieren. In den 30er Jahren stockte der damalige Besitzer das Haus nochmals um eine Etage auf, wodurch die Immobilie ihr jetziges Aussehen erhielt. Später bürgerte sich auf Grund der Lage des Gasthauses der Name "Gabelpunkt" ein. Heute befindet sich in den Räumen des Lokals ein Steakhaus.

Apotheken-Vorläufer

Die Abbildung unten links zeigt die ehemals an der Bahnhofstraße 208 gelegene alte Heeker Apotheke. Sie wurde 1909 als pharmazeutische Filiale des Eper Apothekers Hubert Haal gegründet. Die Umwandlung in eine Vollapotheke erfolgte 1921. Nach dem Krieg entsprachen die Räumlichkeiten nicht mehr den strengeren gesetzlichen Vorgaben.

Daher entschloss sich der damalige Inhaber Max Josef Stahl zur Errichtung eines Neubaus auf dem Vossberg. Die Grundsteinlegung für die neue Apotheke erfolgte am 15. Juli 1957, also vor fast genau 50 Jahren. Nachfolger im alten frei gewordenen Gebäude wurde anschließend für viele Jahre die Metzgerei Lammers.

Das Bild unten rechts gibt den alten Bahnhof im Ursprungszustand wieder. Gebaut wurde das im schlichten preußischen Einheitsstil projektierte Empfangsgebäude der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) von der Firma Münstermann. Damit hatte Heek 1902 den für die Gemeinde sehr wichtigen Anschluss an die so genannte Westfälische Nordbahn erhalten. Als auffällig neben dem Bahnhofsgebäude erweist sich der massige Wasserturm.

Kreuzungsstation

Der Bau war insofern von Bedeutung, da die Gleisanlagen als Kreuzungsstation für Militärzüge ausgelegt waren und die Dampflokomotiven dort ihr Speisewasser ergänzen mussten. Der Personenverkehr endete bereits sechs Jahrzehnte später im Herbst 1962, den verbliebenen Güterverkehr gab die WLE 1972 auf.

Die alte Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Eckhard Bohn, Gronau.

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