Anna Lena erlebt die ganze Welt im Praktikum

Flüchtlingshilfe

Wenn Anna Lena Wittland (14) sich morgens auf ihr Fahrrad schwingt, weiß sie, dass sie in ungefähr elf Minuten ihre Praktikumsstelle erreicht hat. Dort trifft sie auf Menschen aus aller Welt, auf junge und auf ältere Menschen, auf Menschen, die arabisch oder serbisch oder vielleicht auch gebrochen deutsch sprechen: auf Menschen, die häufig einen sehr weiten Weg hinter sich haben.

01.11.2015, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anna Lena erlebt die ganze Welt im Praktikum

Die Weltkarte bekommt für Anna Lena Wittland viele neue Gesichter.

Anna Lena hat sich entschieden, ihr Schulpraktikum (Kreuzschule Heek) in der Flüchtlingsberatung des Caritasverbandes abzuleisten. „Es macht mir Spaß, mit Menschen zu arbeiten, ich finde es ganz spannend, Menschen anderer Kulturen kennenzulernen, ich freue mich darüber, wenn ich Menschen ein klein wenig helfen kann“, erklärt die Gronauerin zu ihrer Motivation, sich bei ihrem dreiwöchigen Schulpraktikum in der 9. Klasse der Kreuzschule Heek für die Flüchtlingsberatung entschieden zu haben. Ihr Berufswunsch sei es, Sozialarbeiterin zu werden. Natürlich erlebe sie in ihrem Praktikum auch den trockenen Büroalltag, so Anna Lena, bei dem sie vertrauliches Material schreddert, bei Abrechnungen über die Schulter gucken kann oder mitbekommt, mit welchem Aufwand manche Organisation von Veranstaltungen verbunden ist.

Neue Begegnungen

Doch jeder Tag bringe auch neue Begegnungen mit neuen Menschen, mit neuen Anliegen, die für sie mit ihrem Praxisbegleiter Dieter Homann vom Caritasverband immer wieder auch neue Herausforderungen darstellen. Sehr beeindruckt nimmt sie auf, von welchen Lebensweg manche junge Menschen in ihrem Alter berichten, welch‘ vielfältige Gründe und Schicksale hinter einer Flucht aus dem eigenen Land stehen, wie schwierig es ist, sich ohne Sprachkenntnisse in einem fremden Land zurechtzufinden.

Willkommenskultur

Dabei erlebe sie, so Anna Lena, bei den Asylsuchenden und Flüchtlingen sehr viel Dankbarkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Es mache sie wütend, wenn sie in den Medien immer wieder mit fremdenfeindlichen Parolen und Vorurteilen konfrontiert werde, sei aber gleichzeitig auch sehr froh, dass in Gronau eine sehr gute Willkommenskultur gepflegt und gelebt werde. Wenn das Praktikum Ende nächster Woche zu Ende geht, wird das Engagement von Anna Lena für Flüchtlinge und für soziale Fragen aber weitergehen: So ist sie schon seit einiger Zeit bei den Jusos in Gronau aktiv und wird sich auch in Zukunft intensiv auf politischer Ebene mit diesen Themen beschäftigen.  www.caritas-ahaus-vreden.de

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