„As time goes vorbei“ sorgt für Lachkrämpfe

Kabarettquintett „Dietutnix“

Wer nach dem Besuch des Kabarettabends von „Dietutnix“ am Freitagabend in der ausverkauften Sporthalle der Kreuzschule in Heek ohne Lachtränen und ohne überstrapazierte Lachmuskeln nach Hause ging, hatte irgendetwas falsch verstanden. Überwiegend Frauen waren gekommen, um die muntere Truppe mit ihrem siebten Programm „As Time goes vorbei“ live auf der Bühne zu erleben.

HEEK

, 18.10.2015, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
„As time goes vorbei“ sorgt für Lachkrämpfe

Alle fünf „Dietutnixe“ auf einen Blick.

Der Abend begann mit der Testphase für Mikrofon, Ton und Licht. Munter plauderten „Dietutnix“ drauf los, als wenn der Saal noch leer wäre. Lustig war es trotzdem, denn mit dem Anpfiff ihrer Requisiteurin begann die Zeitreise.

Ingrid Helmer schickte sich und die anderen Kabarettistinnen Steffi Windhoff, Susanne Anders, Sabine Hollefeld und Heike Knief in Riesenschritten durch die Geschichte des Tanzes. Angefangen von „Feueraustrittstanz“ der Frauen der Steinzeit, als sie mit den Füssen das glühende Feuer austreten mussten, über den Tanz der Frauen im Orient bis zur Erfindung des Dekolletès, damit die Frauen endlich nicht mehr allein tanzen mussten, reichte ein Teil der Zeitreise. „Dem Mann wurde heiß im Tritt und im Schritt“, war Helmers treffender Kommentar.

Feueraustrittstanz

Ein Großfeuer in New York habe den „Feueraustrittstanz“ nach Amerika gebracht, während Helmer mit Knief und Windhoff zusammen denselben Schritt beim Charleston der 1920er-Jahre vorführten. Die Steinzeit lebte neu auf und das lachende Publikum kommentierte nicht nur diese Szenerie mit minutenlangen Lachsalven.

„Mein Name ist Hilde Heil, geborene Hitler“, stellte sich Hollefeld vor. Weil ihr Vorfahre seinen Stuhl nicht halten konnte, hätte er ein Leben lang braune Hosen tragen müssen, begründete sie die „Lieblingsfarbe Braun“ in ihrer Abstammung. „Heute bin ich Typ- und Stilberaterin.“ Im Labor des „Social Freezing“ mixten Hollefeld, Anders und Windhoff aus den Zutaten zur künstlichen Befruchtung ein Überraschungsei. Das Ergebnis waren Vierlinge, die dann in einem Lied mit Knief am Klavier beklagten, dass sie nicht wüssten, wer ihre Eltern seien.

Knief wagte eine gelungene Zeitreise durch die Musik. Allerdings war sie vom „HF Virus positiv“ befallen, der den „Liebestraum“ von Franz Liszt mit Schlagern von Helene Fischer (HF) zersetzte. Die Modenschau mit Burkas aus renommierten Häusern von Karl Lagerfeld bis zur „Klavierburka“ aus dem Hause Schimmel (Klavierbauer) gipfelte im Lied „Ich ziehe meine Burka an, dann kommt keiner an mich ran“.

„Alt ist nicht tot“

Doch damit waren die Höhepunkte noch nicht vorbei. Helmer als „Petruschka“, Hollefeld und Anders als plattsprechende Seniorinnen vom Klub „Alt ist nicht tot“ landeten weitere Lacherfolge. Ohne Zugaben kam die Truppe auch in Heek nicht davon. Das Lied „Ich habe Sommer“, von Hollefeld gesungen, als Hymne auf die Wechseljahre gehörte dazu.

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