Autorin sucht „Dinkel-Geschichten“ auch aus Heek und Legden

rnBuchprojekt zur Dinkel

Ob schöne Erinnerungen an erste gelungene Schwimmversuche oder eher ungute an Hochwasserzeiten: Die Autorin Doris Röckinghausen sucht für ihr Buch Menschen, die über die Dinkel erzählen.

Heek/Legden

, 12.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Borken und die Coesfelder Autorin Doris Röckinghausen bringen das Buch „Die Dinkel, der Dreiländerfluss“ auf den Weg. Dies ist ein Baustein des Interreg-Projekts „Living-Vechte-Dinkel“, erläutert der Kreis Borken in einer Pressemitteilung. Auch Heeker und Legdener, die Erinnerungen an Erlebnisse mit oder an dem Fluss haben, sind eingeladen, mitzuwirken. Egal, ob es wirklich darum geht, dass sie in der Dinkel vielleicht schwimmen gelernt haben. Dass sie dort geangelt oder anders ihre Freizeig verbracht haben. Oder dass sie als Landwirte mit einem Hochwasser oder in der Angst vor Hochwasser leben mussten.

Autorin sucht „Dinkel-Geschichten“ auch aus Heek und Legden

Der Kreis Borken und Autorin Doris Röckinghausen suchen Personen, die an der Dinkel wohnen, arbeiten und/oder ihre Freizeit verbringen und ihre persönlichen "Dinkel-Geschichten" teilen möchten. © Kreis Borken

Wie auch andere Flüsse verbindet die Dinkel, die einer Quelle im Kreis Coesfeld entspringt, Regionen. Von dort fließt sie in den Kreis Borken: zuerst in Richtung Gescher, dann nach Legden und Heek bis sie Gronau erreicht. Von dort aus passiert die Dinkel die deutsch-niederländische Grenze, führt durch die Gemeinden Losser und Denekamp und gelangt von Ootmarsum wieder auf deutsches Gebiet, in die Niedergrafschaft Bentheim in Niedersachsen. Am Stadtrand von Neuenhaus mündet sie schließlich in die Vechte. Dieser 96 Kilometer lange Fluss soll nun im zweisprachigen Buch „Dinkel – der Dreiländerfluss“ im Mittelpunkt stehen.

Ganz persönliche „‚Dinkel-Geschichten“

Von Anfang an werde dabei die Bevölkerung mit eingebunden, erklärt Röckinghausen. „Mit ihren ganz persönlichen ‚Dinkel-Geschichten‘ sollen die Bürgerinnen und Bürger dem Buch Leben einhauchen“, wünscht sich die Buchautorin, die sich schriftstellerisch bereits intensiv anderen grenzüberschreiten Flüssen wie der Berkel und Issel gewidmet hat. „Wir suchen Personen, die an der Dinkel wohnen, arbeiten und/oder ihre Freizeit verbringen“, ruft sie die Menschen auf, von ihren Erlebnissen mit und an dem Fluss zu berichten. „Dabei kann es sich zum Beispiel um eigene Erfahrungen, aber auch um Erzählungen von Vorfahren handeln.“ Die interessantesten Beiträge werden dann in das Buch, das Ende 2020 veröffentlicht werden soll, aufgenommen.

Autorin sucht „Dinkel-Geschichten“ auch aus Heek und Legden

Die Dinkel hat auch verwunschene Stellen – wie hier an der Egelborg in Legden. © Markus Gehring

Zusammen mit vielen besonders aussagekräftigen Fotos soll die grenzüberschreitende journalistische Ausarbeitung die Bedeutung der Dinkel als wichtiges verbindendes Landschaftselement zwischen den Ländern verdeutlichen. Zum einen werden wasserwirtschaftliche und naturschutzfachliche Aspekte erläutert. Zum anderen soll die Attraktivität der Dinkel als Ausflugsziel für die Anrainer sowie Touristinnen und Touristen dargestellt werden. Sowohl die Vergangenheit der Dinkel als auch die Gegenwart und Zukunft des Flusses wollen die Initiatoren im Buch thematisieren.

Sensibilität für die Flusslandschaft erzeugen

„Mit dem Projekt möchten wir mehr Sensibilität für die Flusslandschaft der Dinkel erzeugen“, betont Kordula Blickmann, Leiterin des Fachbereichs Natur und Umwelt beim Kreis Borken, die gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Jessica Mach das Buchprojekt koordiniert. „Zudem wollen wir den Blick auf diesen oft viel zu wenig beachteten Fluss schärfen“, ergänzt Blickmann. „Besonders reizvoll wird sicherlich die Darstellung der Unterschiede der Dinkel in Nordrhein-Westfalen, im niederländischen Teil und in Niedersachsen sein“, zeigt sich die Fachbereichsleiterin gespannt auf die Veröffentlichung.

Wer etwas mit der Dinkel verbindet und seine persönliche „Dinkel-Geschichte“ teilen möchte, sollte sich daher bis Ende August an Doris Röckinghausen per E-Mail an info@wortart-roeckinghausen.de wenden.

Zum Interreg-Projekt:

  • Hochwasservorsorge und -bekämpfung, Sicherstellung der Gewässerqualität, Renaturierung beziehungsweise Entwicklung der Flusslandschaften – um damit erfolgreich zu sein, müssen Akteure im deutsch-niederländischen Grenzraum diese Themen gemeinsam angehen. Ein gutes Beispiel für die intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf diesem Gebiet ist das 2017 von deutschen (u. a. der Kreis Borken) und niederländischen Partnern gestartete INTERREG-Projekt LIVING-Vechte-Dinkel.
  • In drei Arbeitspaketen beschäftigen sich deutsche und niederländische Akteure derzeit mit konkreten Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere ein Hochwasservorhersagemodell, eine Hochwasserübung, die Untersuchung der Möglichkeiten, Retentionsräume zu schaffen, Umsetzungsprojekte im Bereich Wasser und Natur sowie grenzüberschreitende Angebote für Touristen und Erholungssuchende.
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