Barfußpark ist vom Tisch

Grundstück fehlt

HEEK Die Schuhe bleiben besser angezogen: Aus dem geplanten Barfußpark wird nichts. Etwa ein Jahr, nachdem der Kulturausschuss die Einrichtung einer solchen familienfreundlichen Attraktion für Touristen und Heeker gleichermaßen, begrüßt hatte, ist jetzt klar: Es bleibt bei der guten Idee. Zur Umsetzung fehlt ein geeignetes Grundstück.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 21.01.2010, 06:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Schuhe müssen besser an beleiben. Aus dem geplanten Barfußpark in Heek wird nichts.

Die Schuhe müssen besser an beleiben. Aus dem geplanten Barfußpark in Heek wird nichts.

„Wir haben noch Alternativen geprüft“, so Helmich, „Aus Verkehrssicherheitsgründen“ sei aber kein anderer Standort in Frage gekommen – weder der Stiegenpark in Heek noch der Niengrund in Nienborg. Konkret heißt das: „Wir benötigen ein Grundstück, das sich abschließen lässt“, sagt der Bürgermeister. Es müsse immer damit gerechnet werden, dass sich ansonsten ungebetene Gäste nachts dort bequem machten und Müll hinterließen – auch Scherben. Das sei bei einem Parcours, über den die Besucher barfuß gingen, besonders gefährlich. „Und dafür haben wir als Gemeinde die Verantwortung.“

Darum geht es bei dem Barfußpark: Auf nackten Sohlen unterschiedliche Böden – ob Sand, Kies, Rinde, Gras oder anderes – bewusst zu erfühlen und damit neue Erfahrungen mit sich und der Natur zu sammeln. Was anderswo erfolgreich angeboten wird als Erlebnis für die ganze Familie, sollte auch in Heek ein touristischer Anziehungspunkt für Groß und Klein werden – so hat es zumindest ein Vorschlag der Verwaltung vorgesehen, über den der Kulturausschuss im Februar 2009 beraten hat. Das Ergebnis: Die Verwaltung solle die Sache weiter verfolgen und sowohl mit möglichen Zuschussgebern als auch mit der Landesmusikakademie Gespräche führen.

Das hat sie getan – allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Während die Bezirksregierung schnell in Aussicht gestellt hat, 8.000 bis 10.000 Euro für die Einrichtung des Platzes zur Verfügung zu stellen, reagierte die Leitung der Landesmusikakademie von vorne herein reserviert. Der Klanggarten der Akademie diene der Entspannung der Musiker. Ihn als Ziel für Touristen anzupreisen, bedeute mehr Besucherverkehr – und mehr Lärm. Ein konzentriertes Musizieren im Hohen Haus sei nicht möglich, wenn draußen zig nackte Füße auf lustige Erkundung gingen, so die Befürchtung. „Wir mussten diese Sorgen ernst nehmen“ so Bürgermeister Helmich. Das Projekt vor der Umsetzung zu beenden, sei allemal sinnvoller als einen dauerhaften Konflikt herauf zu beschwören. Für Helmich steht fest: „Der sanfte Tourismus ist ein Arbeitsfeld, das wir uns in den nächsten Jahren vornehmen müssen“ – mit guten Ideen, wenn auch ohne Barfußpark.

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