Die Fahrbahndecke der Brinkstraße (Foto) und der Ahler Straße sind schon seit Jahren in keinem guten Zustand. © Markus Gehring
Straßensanierung

Brinkstraße/Ahler Straße: Wird Tempo 30 nach Sanierung Realität?

Brinkstraße und Ahler Straße/Markt sind in die Jahre gekommen. Anwohner beschweren sich über den Zustand. Jetzt steht die Sanierung an. Wird danach ein durchgehendes Tempo 30 Realität?

Brinkstraße und Ahler Straße/Markt sind viel befahren und alles andere als in einem guten baulichen Zustand. Die Fahrbahndecken ähneln einem Flickenteppich – und das schon seit Jahren. Ein Umstand, der bereits 2018 Beschwerden der Anwohner nach sich zog. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Die Anlieger machten schon vor drei Jahren mit einem Schreiben an die Verwaltung auf die missliche Lage aufmerksam. So würden es die Anlieger gerne sehen, wenn die Straßen für Lastwagen über 3,5 Tonnen gesperrt, ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern und eine Rechts-vor-Links-Regelung eingeführt würden. Eine Sanierung der Fahrbahndecke ist ebenfalls erwünscht.

Sanierung in greifbare Nähe gerückt

Zumindest die Sanierung ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. Rund 550.000 Euro stehen dafür im Raum. Im jüngsten Bau- und Planungsausschuss wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung die Ausschreibungen der Arbeiten vorbereiten möge und diese natürlich auch durchführen lässt.

Entsprechende Haushaltsmittel sind darum jetzt im kommenden Jahr einzuplanen. Gute Nachricht für die Anlieger: Da es planungsrechtlich eine Sanierung ist, werden sie nicht anteilig an den Kosten beteiligt.

Die Gemeinde selbst plant, einen Teil der Kosten über ein Sonderprogramm des Landes zu finanzieren. Ein entsprechender Förderbescheid über gut 71.000 Euro liegt vor.

Rund 550.000 Euro soll die Sanierung der Fahrbahndecken auf Brinkstraße und Ahler Straße kosten. Die Anlieger werden an den Kosten nicht beteili
Rund 550.000 Euro soll die Sanierung der Fahrbahndecken auf Brinkstraße und Ahler Straße kosten. Die Anlieger werden an den Kosten nicht beteiligt. © Markus Gehring © Markus Gehring

Fahrradfahrer sollen übrigens im Zuge der Sanierung besser geschützt werden. Auf der Fahrbahn soll ein Fahrradschutzstreifen markiert werden. Ob die Straßen zudem auch als Tempo-30-Tonen ausgewiesen werden und das Ganze nach dem Rechts-vor-links-Prinzip aufgebaut werden kann, muss die Verwaltung jetzt mit dem Kreis Borken als Straßenverkehrsbehörde klären.

„Wir würden es jedenfalls begrüßen, wenn dort in großen Teilen auf 30km/h reduziert würde“, machte Mario Strehlow (CDU) für seine Fraktion im Ausschuss deutlich. Die SPD hingegen gefiel die Sache mit dem Rechts-vor-links nicht wirklich. Begründung: Stop-and-go sei aus ökologischer Sicht wenig sinnvoll.

Nur drei Anwohner beteiligen sich

Den Anwohner wurde derweil seitens der Verwaltung im Rahmen einer Onlinebeteiligung die Möglichkeit gegeben, Stellung zu den Ausbauplänen zu beziehen. Die Resonanz? Überschaubar. Von drei Rückmeldungen sprach Bauamtsleiter Herbert Gausling in der Sitzung.

Übrigens führte die Gemeinde zwei Verkehrsmessung durch. Eine Ende 2020 und eine Mitte 2021. Einmal auf Höhe der Ahler Straße 22 und einmal in der Tempo-30-Zone der Brinkstraße.

Auf der Brinkstraße soll ein Schutzstreifen für Radfahrer angelegt werden.
Auf der Brinkstraße soll ein Schutzstreifen für Radfahrer angelegt werden. © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Quintessenz der Messungen: Der Schwerlastverkehr hat deutlich zugenommen. Eine Sperrung der Straße für alles über 3,5 Tonnen steht aktuell trotzdem nicht zu Debatte.

In beiden Straßen wird zu schnell gefahren

Und: Zu schnell gefahren wird auch in der Brinkstraße und der Ahler Straße. „Es wird vielerorts in der Gemeinde zu schnell gefahren“, so der Bauamtsleiter. Zigtausend Pkw, Lkw oder Zweiräder wurden gemessen.

Bei der Messung im November waren etwa 6,4 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs. Trauriger „Spitzenwert“ bei der Messung 2021 in der Tempo-30 Zone waren übrigens 82 km/h.

Ob diese Zahlen allerdings in den Gesprächen zwischen Verwaltung und Kreis mit Blick auf eine Ausweitung der Tempo-30-Zone und/oder einer Rechts-vor-Links-Regelung helfen werden, wird sich noch zeigen müssen.

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