Bundesverdienstkreuz für leidenschaftliches Engagement

Hubert Steinweg

Die Trageordnung sagt: Das Bundesverdienstkreuz muss links getragen werden. Da also wo das Herz schlägt, wo die Leidenschaft ihren Sitz hat. Und Leidenschaft hat Hubert Steinweg seit vielen, vielen Jahren für all seine vielen ehrenamtlichen Aufgaben.

HEEK

, 25.04.2016, 19:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gestern überreichte ihm Landrat Dr. Kai Zwicker das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik für herausragende Leistungen im sozialen und kulturellen Bereich. "Es ist ein Höhepunkt in meinem Leben", sagte Hubert Steinweg am Rande der Feierstunde im Kammermusiksaal der Landesmusikakademie im Ortsteil Nienborg. Und seine Frau Margarethe ergänzte: "Ich freue mich für ihn, und ich bin stolz."

Zwicker und all die vielen Gratulanten, allen voran Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, hoben hervor, wo überall Steinweg sich ehrenamtlich engagiert hat. Vor alllem war es die Landesmusikakademie, deren Ansiedlung in Heek auch dem Einsatz des damaligen Gemeindedirektors zu verdanken sei, so Landrat Zwicker. "Auf diese Weise fand und findet Heek seither landes- und bundesweit, ja sogar international im wahrsten Sinne des Wortes Gehör", sagte der Landrat in seiner Begründung.

Kein langes Zögern

Raimund Pingel, Vorstandsvorsitzender der Fördergesellschaft der Landesmusikakademie, meldete sich als einer derer zu Wort, die Steinweg am längsten kennen. "Er ist keiner, der gesagt hat, das geht jetzt nicht, sondern der zugepackt hat in jeder Situation." Das könne auch die Verhandlung um zehn Euro Einsparung beim Getränkehändler gewesen sein.

Aber Steinweg hat auch mit der Heeker Feuerwehr ausgemusterte Einsatzwagen nach Portugal, Kroatien und Litauen gebracht, war 38 Jahre beim Roten Kreuz aktiv oder engagiert sich gerade ganz aktuell für die Stele Leprosenhaus, die demnächst aufgestellt werden soll.

Ausnahme und Vorbild

Pfarrer Josef Leyer lobte, dass Steinweg sein Engagement über Jahrzehnte durchgehalten habe und damit eine Ausnahme und ein Vorbild sei. "Er hat nicht gefragt, was kann ich verdienen, sondern wem kann ich dienen", brachte er es auf den Punkt.

Hubert Steinweg zeigte sich in seiner Dankesrede bescheiden. "Solche ehrenamtliche Arbeit macht man nicht allein." Die Auszeichnung sei deshalb auch für alle Weggefährten. Viele von ihnen waren gestern unter den Gästen. Das Bundesverdienstkreuz, so hieß es immer wieder, sei Lohn, aber auch Ansporn. So wie Hubert Steinweg zu erleben war, denkt er noch lange nicht ans Aufhören.

Vielfältiges Engagement

Über die Jahrzehnte hat sich Hubert Steinweg vielfältig engagiert. Eine Auswahl: 1990 wurde er ehrenamtlicher Geschäftsführer für die „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Landesmusikakademie NRW“. Seit vielen Jahren engagiert sich der Heeker für das Deutsche Rote Kreuz. Von 1978 bis 1999 war er der erste Vorsitzende. 2005 übernahm er die Funktion in schwieriger Situation erneut und konsolidierte den DRK-Ortsverein. 2012 wurde er zum DRK-Ehrenvorsitzenden ernannt.

Seit 1977 ist Steinweg Mitglied im Heimatverein Heek-Nienborg. Dort beteiligt er sich maßgeblich an der Aufarbeitung der heimischen Historie, vor allem der Geschichte des Burgbereichs in Nienborg. Vor zwei Jahren wurde er in den Vorstand des Heimatvereins gewählt. Großes Engagement zeigte er im „Bürgerbus-Projekt“, das 1985 mit seiner Unterstützung gemäß dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ startete. Heute ist er Ehrenmitglied. 1988 war er Mitbegründer der Schuldnerberater des Caritasverbandes Ahaus-Vreden und lange im Vorstand tätig.

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