Das Thema Trion und Machercampus hat hohe Wellen geschlagen. © Till Goerke
Beratertätigkeit

Campus-Affäre: Letztes Wort im Fall Trion gesprochen?

Drei Mitglieder des Dinkelbündnisses sind mit dem Projekt Trion als Unternehmensberater tätig – auch für einen Heeker Unternehmer. Die Kommunalaufsicht war im Einsatz. Und jetzt?

Seit vielen Wochen zieht sich die Campus-Affäre rund um das Projekt Trion nun schon hin. Drei Mitglieder des Dinkelbündnisses (DB) sind dabei als Unternehmensberater tätig – auch für einen Heeker Unternehmer, der zwei Machercampus auf der Ex-Hülsta-Fläche realisieren will.

Die Kommunalaufsicht hat den Fall geprüft und bei den Trion-Mitgliedern Prof. Dr. Berthold Wigger, Bernhard Holtkamp und Sebastian Franzbach den Verstoß festgestellt, dass sie ihre Beratertätigkeit nicht wie vorgeschrieben unverzüglich bekanntgegeben haben. Konsequenzen? Gibt es keine. Ist damit das letzte Wort gesprochen?

Trion war erneut Thema im Rat

Nimmt man die jüngste Ratssitzung vor der Sommerpause als Anhaltspunkt, dann sieht es danach aus. Zwar stand in dieser Sitzung das Thema „Unabhängige Überprüfung des Vorgangs Trion“ auf der Agenda, doch groß debattiert wurde nicht. Im Gegenteil.

Lediglich Birgit Wüsten (Dinkelbündnis) merkte an: „Wir haben das Ergebnis zur Kenntnis genommen.“ Mit dem Nachsatz, dass man jetzt nicht wieder der Meckerer sein wolle, doch aber eine Frage zur Art der Abgabe der Unterlagen habe. „Warum gibt der Bürgermeister das ab? Ist das gängig so?“

Bürgermeister ohne Fehlverhalten

Klare Antwort von Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: „Ich habe nur meine Stellungnahme abgegeben, da ich in die Ecke gedrängt wurde. Da bin ich also der falsche Ansprechpartner.“ Bei Fragen müsse man sich an die Kommunalaufsicht wenden.

Zur Erklärung: Auch das Verhalten des Bürgermeisters rund um Trion wurde überprüft. So stand der Vorwurf im Raum, er habe unbefugt Informationen an diese Presse weitergeben. Wie das Dinkelbündnis zu dieser Annahme kam, ist unklar. Fakt ist: Der Bürgermeister wurde von der Kommunalaufsicht von jeglicher Schuld freigesprochen.

Bleibt die Frage, ob im nicht-öffentlichen Teil über das Thema Trion gesprochen wurde. Womöglich sogar in einer hitzigen Debatte? Nachfrage beim Bürgermeister.

Beratertätigkeit im Ratsinformationssystem hinterlegt

„Nein, das Thema wurde im nicht-öffentlichen Teil nicht mehr diskutiert“, lautet Weilinghoffs Antwort. Und weiter: „Ich denke, dass das Thema damit hoffentlich durch ist.“

Mittlerweile ist bei Wigger, Holtkamp und Franzbach sogar im Ratsinformationssystem hinterlegt, dass sie Mitglieder beim Projekt Trion in der Funktion als Berater sind. In der Spalte Beraterverträge steht aber „keine“.

Nach Informationen dieser Redaktion erfolgte die Beratung des Unternehmers durch Trion seinerzeit jedoch gegen Bezahlung. Allerdings sind die Details des Beratervertrages, so es einen gibt oder gab, bis jetzt nicht bekannt.

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