Carmen swingt in Nienborg

Jugend-Jazz-Orchester

Viele Orchester nutzen die Landesmusikakademie NRW in Nienborg, um in einer mehrtägigen Arbeitsphase neue Stücke einzustudieren. Das Jugend-Jazz-Orchester (JJO) NRW trifft sich sogar zwei Mal im Jahr in Nienborg. Zur guten Tradition des Orchesters gehört es, sich mit einem Konzert für die Öffentlichkeit zu bedanken.

HEEK

von Von Elvira Meise-Kemper

, 15.04.2012, 19:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
nstrumentalisten und Sängerinnen harmonieren.

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Herbie Hancocks selten gespieltes „Dolphin Dance“ verwandelte das Orchester in ein beeindruckendes Erlebnis. Rhythmisches Schlagzeug ergänzte wirkungsvoll das ausdrucksstarke Trompeten-Quintett, während Solisten wie Stefan Stanko (Posaune) starke individuelle Akzente setzten. Stanko brillierte nicht nur hier als Solist. Von Bob Florence spielte das Orchester „Wide open Spaces“. Mit einem wunderschönen Klavier-Intro leitete Jakob Lübbe zu einer Improvisation von Stanko über. Der junge Musiker bewies mit der Posaune, dass auch sie zu frechen und äußerst beweglichen Tonfolgen fähig ist. Das leise Lächeln von Villmow und der Applaus des Publikums beflügelten ihn geradezu.

Mit ähnlicher Begeisterung kündigte Villmow die beiden Sängerinnen Sabeth Pèrez und Johanna Schneider an, die als Solistinnen auftraten. In einer wunderschönen „Latin Ballade“ berührte Pèrez mit ihrem Gesang, während Schneider schon etwas frecher und selbstbewusster den alten Leander-Hit „Kann denn Liebe Sünde sein“ und die Ballade „You go to my head“ interpretierte. Beide haben ein ausgeprägtes, stimmliches Potenzial, das sich im Zusammenklang mit dem Orchester nur schwer durchsetzen konnte. Bizets Oper „Carmen“ bot dem Orchester die Folie für eine andere höchst eigenwillige Interpretation. Die Ouvertüre und das bekannte „Cabanera“ aus „Carmen“ erhielten in der Eigenbearbeitung ein ganz neues musikalisches Kleid, in dem die bekannte Melodie in Fragmenten immer wieder aufblitzte. Stefan Stanko trat auch hier als Solist in Erscheinung. Mit seiner Posaune übernahm er die leitende rezitative Einzelstimme. Einmal mehr bedankte sich das Publikum mit begeistertem Applaus.

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