Costaricaner lernt westfälische Lebensart kennen

Kultureller Austausch

"Döner und Currywurst habe ich hier am liebsten gegessen", sagt Jorge Alberto Arroyo Arroyo. Der Costaricaner war mit der gemeinnützigen Austauschorganisation "AFS Interkulturelle Begegnungen" für elf Monate bei Familie Hilvert in Heek zu Gast. Döner gibt es in seinem Heimatland in Mittelamerika nicht.

HEEK

20.01.2015, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Hallo, ich heiße Jorge", waren seine einzigen Worte, die er auf Deutsch konnte, als er im Februar des vergangenen Jahres nach Heek kam. Das hat sich in fast einem Jahr grundlegend geändert, bei seiner Abschiedsparty spricht er die für ihn neue Sprache nahezu fließend.

Im Wohnzimmer von Familie Hilvert hängt Wehmut in der Luft. Die Gastgeberfamilie und viele Freunde haben sich versammelt und nehmen Abschied. Die eine oder andere Träne wird dabei verdrückt. Hermann und Irmgard Hilvert und ihre fünf Kinder Maria (mit Freund Kevin), Markus (mit Freundin Sonja), Andrea, Johannes und Katharina haben den sympathischen Jorge in ihr Herz geschlossen. Sein Name steht auf dem Klingelschild an der Haustür und ein Foto von ihm hängt in der Bildergalerie zwischen den Familienbildern in der Küche.

Fotoalbum zum Abschied

Zum Abschied erhält Jorge ein Fotoalbum mit vielen schönen Aufnahmen von vertrauten Gesichtern und schönen Orten, die er hier kennenlernte. Bei der Volkshochschule erlernte er die deutsche Sprache. Beim Heeker Tennisclub war er ein Jahr Mitglied und ging dort zwei Mal in der Woche seinem Hobby nach. Er half bei Hilverts im Haushalt mit und mähte den Rasen.

Vielfältig erkundete er mit Hilverts und seinen neuen Freunden den Dinkelort, die nähere Umgebung und fernere Metropolen. Schwimmbad Bocholt, Karneval in Schöppingen, Freizeitpark, Fußball-Bundesliga in der Arena auf Schalke, Ritterspiele Bad Bentheim, Pfarrfest in Ahle, Köln, Hamburg, München, Berlin, Hannover, Salzburg, Paris, London, Rom, Amsterdam oder Kroatien - Jorge hat eine Menge gesehen.

Torte mit Tennisschläger

Am 2. Juli wurde Jorge 18 Jahre alt. Als Geschenk erhielt er eine Torte, verziert mit einem gebackenen Tennisschläger. Während der Geburtstagsparty wenige Tage später spielte Costa Rica im Viertelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen die Niederlande, das Costa Rica am Ende mit 3:4 nach Elfmeterschießen verlor. Am Tag vor dem Spiel waren alle noch mit der Fahne von Jorges Heimatland in Enschede unterwegs. "Ein tolles Erlebnis", sagt Hermann Hilvert.

"Ich habe eine neue Kultur und viele Leute kennengelernt", freute sich Jorge, bei seinem interkulturellen Austausch auf offene und aktive Menschen getroffen zu sein. Die Reisen nach Rom und Amsterdam zählt er zu seinen Höhepunkten. In der italienischen Hauptstadt weilte er mit seinen Eltern, die später auch in Heek zu Gast waren. In Rom faszinierten ihn die Gebäude und die Papstaudienz, in Amsterdam das Flair der Stadt. In der Stattalm in Ahaus lernte er das Schlittschuhlaufen, bei der Silvesterparty vor dem Brandenburger Tor in Berlin stand er zum ersten Mal im Schnee.

Zurück in Alajuela

Nun ist Jorge in die Heimatstadt Alajuela zurückgekehrt, wo er sein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen beginnt. "Ich komme auf jeden Fall noch einmal wieder", versprach er zum Abschied. Vorher aber steht der Gegenbesuch von Irmgard, Katharina und Andrea Hilvert an, die im April nach Mittelamerika reisen werden.

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