Die Krippe in der St.-Peter-und-Paul-Kirche erhält Zuwachs

Flötentöne für das Jesuskind

Die Krippe in der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Nienborg erhält Zuwachs. Das Krippenteam hat vom Künstler Erich Büscher-Eilert ein Flöte spielendes Mädchen schnitzen lassen.

HEEK

von Rupert Joemann

, 02.12.2015, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Krippe in der St.-Peter-und-Paul-Kirche erhält Zuwachs

Die neue Krippenfigur.

Das Gewand hat Elisabeth Schwietering genäht und gestrickt. Das ist aber nicht die einzige Neuerung, auf die sich die Besucher freuen dürfen. Die anderen Figuren wurden erstmals nach 60 Jahren von Büscher-Eilert überarbeitet und von Frauen aus der Gemeinde neu eingekleidet.

 Symbol für die Kindergarten-Kinder

"Das Mädchen ist ein Symbol für die Kindergarten-Kinder. Die Kinder sollen sich mehr in der Krippe wiederfinden. Bisher ist kein Kind unter den Figuren", begründet Elisabeth Schwietering vom Krippenteam, warum ein junges Mädchen künftig in der Krippe neben seinen (neuen) Eltern steht. Das Mädchen trägt einen Strickpullover, einen Leinenrock und eine Leggins. Dazu hängt über ihrer Schulter eine kleine Tasche. "Da ist das Handy drin", spielt Elisabeth Schwietering schmunzelnd auf die heutige Jugend an.

Zu jugendlich sollte das Mädchen aber dann doch nicht werden. Eher in die 60er-Jahre passen. Deshalb auch der Potthaarschnitt. Das hat das Krippenteam ganz bewusst so entschieden. Denn die neue Figur soll sich harmonisch zu den älteren Figuren einfügen. Und die Hauptfiguren stammen schließlich aus dem Jahr 1955.

Authentizität 

Auch bei der Überarbeitung hat das Krippenteam viel Wert auf Authentizität gelegt. Das war ein Grund dafür, warum die Nienborger sich an Erich Büscher-Eilert gewandt haben. Seine Mutter Gertrud Büscher-Eilert hat vor 60 Jahren die Hauptfiguren für die Krippe in der St.-Peter-und-Paul-Kirche geschaffen.

Erich Büscher-Eilert führe die Arbeit seiner Mutter in ihrem Sinne und auch in ihrem Stil weiter, so Schwietering. "So ist gewährleistet, dass die Figuren nicht ihren ursprünglichen Charme und gewollten Ausdruck verlieren."

Veränderungen hat es dennoch gegeben. Die Mutter des Mädchens ist beispielsweise größer geworden. Das hängt mit der neuen Körperkonstruktion der Figuren zusammen. Die Körper sind neu verdrahtet worden, sodass jetzt alle Körperhaltungen möglich sind. Dadurch können die Haltungen und Handpositionen leicht verändert werden.

"Somit wird es erstmals in diesem Jahr mehrere Stationen geben", sagt Elisabeth Schwietering. Zur Krippenausstellung (Bericht unten) sollen die Figuren den Besuch Marias bei Elisabeth darstellen.

Erich Büscher-Eilert hat die Köpfe gebeizt und farbig lasiert. Die Kronen der Heiligen Drei Könige erhielten einen neuen Goldanstrich. Kräftige Muskeln in Form von dicken Socken halten die Drähte, sodass trotz geformter Arme, Beine und des Oberkörpers die Körperteile beweglich bleiben.

Generalüberholt

Neue Kleidung rundet die Generalüberholung der Figuren ab. "Erst jetzt fällt bei genauem Betrachten auf, wie detailverliebt die Künstlerin damals die Figuren schnitzte", sagt Schwietering. Es scheine fast, als hätte sie in den Figuren Personen aus ihrer Umgebung festgehalten.

Das Flöte spielende Mädchen soll nicht die letzte neue Figur bleiben. Schwietering: "Wir wollen gerne noch zwei, drei Figuren dazukaufen."

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