Die Männer am Pult

125 Jahre Musikverein Heek

Als vor 125 Jahren Johann Heinrich Lenfers den Grundstein für den Musikverein Heek legte, wurde der Taktstock des Dirigenten noch von Vater zu Sohn weitergegeben. Später wurden Dirigenten gewählt oder engagiert. Immer aber war der Mann am Pult nicht nur musikalisch Taktgeber im Musikverein.

Heek

17.03.2017, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor über 300 Jahren gab es in Heek die aktive Musikerfamilie Lenfers, aus der der Gründungsvater und erste Dirigent Johann Heinrich Lenfers hervorging. Als er den Taktstock und damit die Geschicke des künftigen Traditionsvereins in die Hand nahm, bestand die Kapelle gerade mal aus sechs bis acht Personen, die als Streichmusiker auftraten.

Dirigent entschied

"In den Anfängen des Musikvereins wurden die musikalischen wie die geschäftlichen Belange ausschließlich durch den Dirigenten organisiert und entschieden", erinnert sich Thomas Söbbing, ehemals Vorsitzender und Mitglied des diesjährigen Festausschusses.

Vom Vater an den Sohn

Über viele Jahre wurde der Taktstock vom Vater an den Sohn weitergegeben, bis 1962 der damalige Dirigent Heinrich Lenfers als Kapellmeister in den Ruhestand trat. Damit endete die jahrhundertelange Kapellmeistertradition der "Keps", wie die Familie im Ortsdialekt heißt.

Johann Gausling übernahm die Leitung der Musikkapelle und formte sie zu einem modernen, leistungsstarken Orchester um. Bis zum 100-jährigen Jubiläum 1992 wuchs die Kapelle auf etwa 70 Musiker an.

Ehrendirigent Johann Gausling

"Pannkötten Jans", wie Johann Gausling bei den meisten Heekern hieß, setzte sich 40 Jahre mit ganzer Leidenschaft für den Musikverein ein. Ob Bauernschützenfeste, Prozessionen oder in der Tanzkapelle: Er opferte sogar seinen Urlaub für den Musikverein, um in zahllosen Stunden Noten umzuschreiben oder ganze Musikstücke für die Kapelle zu arrangieren. Folgerichtig wurde er beim Jahreskonzert 2001 nicht nur als Dirigent verabschiedet, sondern zum Ehrendirigenten ernannt.

Nachwuchsarbeit

Bereits in den 90er-Jahren begann der Verein, die Nachwuchsarbeit auszubauen. Mit Klaus Blömer und Olaf Rösner fanden sich zwei Musiker, die sich weiterbilden ließen, um den Verein musikalisch zu führen.

Nach Johann Gauslings Verabschiedung übernahmen sie gemeinsam die musikalische Leitung des Vereins. Die Generalversammlung wählte daraufhin beide im Frühjahr 2002 zu Dirigenten des Musikvereins. "Klaus und Olaf verstanden es, den Musikgeschmack der jüngeren Generation in die Musikauswahl aufzunehmen", erinnert sich Thomas Söbbing.

"Sie setzten sich auch für eine verstärkte Nachwuchsförderung ein." So seien beide maßgeblich am Aufbau des im Jahr 2000 gegründeten Jugendorchesters beteiligt gewesen, das sie parallel zum Hauptorchester über mehrere Jahre leiteten.

Externe Dirigenten

2009 beendeten beide aus persönlichen und beruflichen Gründen ihr Engagement. Da sich in eigenen Reihen kein Nachfolger fand, stand der Verein erstmals seit 117 Jahren vor der Situation, einen Dirigenten zu engagieren, ähnlich wie andere Vereine schon früher. "Diese Entwicklung ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass die Musikvereine in den letzten Jahren durch die gute musikalische Ausbildung eine deutliche Leistungssteigerung erfahren haben", glaubt Thomas Söbbing. Die Anforderungen und Erwartungen an den Dirigenten seien wesentlich gestiegen.

Beim Konzert 2009 trat erstmals Peter Michael Süring ans Pult. Er leitete ab 2010 den Musikverein als neuer Hauptdirigent und stand direkt vor der Aufgabe, im Rahmen des Jubiläums des Heimat- und Schützenvereins Heek den Großen Zapfenstreich musikalisch vorzubereiten und zu leiten. Dieser Zapfenstreich wurde zu einem herausragenden Teil des Jubiläums: Musiker und andere Mitwirkende wurden auf dem dicht gefüllten Kirchplatz mit minutenlangem Applaus bedacht.

Neue Akzente gesetzt

Peter Michael Süring setzte neue Akzente: Beim Jahreskonzert 2010 wurde der Musikverein erstmals durch einen Männerchor unterstützt. Dirigent Süring probte mit Vorstand und Offizieren des Heimat- und Schützenvereins ein selbst komponiertes und getextetes Heeker Schützenlied ein, das damals uraufgeführt wurde und seither immer wieder gern angestimmt wird.

2011 wurde die Zusammenarbeit mit Peter Michael Süring beendet und Ferdi Hallen als neuer musikalischer Leiter des Orchesters verpflichtet. Bereits im November 2011 konnte er sein Können unter Beweis stellen, stellte er doch in kurzer Zeit ein unterhaltsames, anspruchsvolles Musikprogramm zusammen, das das Publikum begeisterte.

Thomas Söbbing ist voll des Lobes: "Unter seiner Leitung konnten seitdem viele Nachwuchsmusiker in den Verein integriert werden", erklärt er. Fazit: Der Musikverein Heek präsentiert sich im Jubiläumsjahr als leistungsstarkes Orchester mit vielen jungen Instrumentalisten.

 

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