Drogenplantage im Katthagen: Verdächtige Beobachtungen und eine erste Spur

rnPolizei-Ermittlung

Mitten in Heek haben Unbekannte vermutlich über einen längeren Zeitraum eine Drogenplantage betrieben. Jetzt ist alles aufgeflogen. Dennoch deutet das Vorgehen der Täter auf Profis hin.

Heek

, 13.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einst waren Eisdiele und Pizzeria in dem zusammenhängenden Gebäude im Katthagen direkt am Marktplatz untergebracht. Doch schon seit Monaten steht das Haus offiziell leer. Es ist heruntergekommen. Ein Umstand, den sich Unbekannte zu Nutzen machten. Sie legten dort im Herzen Heeks eine große Hanfplantage an. Erst kürzlich flog alles auf. Bis dahin agierten die Täter professionell, wie ihr mutmaßliches Vorgehen zeigt.

Schaut man durch die Fenster, sieht man noch allerhand gekappte Kabel auf dem Boden liegen. Ein Kellerfenster steht offen. Teilweise sind die Rolladen im ersten Stock notdürftig heruntergelassen. Wie lange die Unbekannten im Gebäude ihre Drogenplantage betrieben, ist noch unklar. Fakt ist, dass die Polizei mithilfe des Technischen Hilfswerks am 31. Juli 1000 vertrocknete Hanf-Setzlinge und professionelles Anbau-Equipment sicherstellte.

Eine erste Spur führt in die Niederlande

Die Ermittlungen laufen und die Spur führt die Ermittler in die Niederlande. Das bestätigt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister auf Nachfrage der Redaktion. „Ein Bezug in die Niederlande ist sehr wahrscheinlich.“ Das deckt sich mit Informationen, die der Redaktion aus unterschiedlichen Quellen zugespielt wurden.

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So soll in der Vergangenheit ein „heller“ Sprinter direkt vor dem Gebäude geparkt haben. Offenkundig so, dass niemand sehen konnte, was an den Seitentüren passiert. Ob dabei Drogen verladen wurden, ist nicht bestätigt. „Wir können aktuell nicht sagen, ob dort etwas abgeerntet wurde“, so Frank Rentmeister. Doch der Verdacht liege nahe. Warum die Plantage aufgegeben wurde, ist eine von vielen offenen Fragen.

Polizei sind die Beobachtungen bekannt

Zudem ist die Rede von einem niederländischem Kennzeichen, Licht mitten in der Nacht im Haus und Männern in Warnwesten mit Absperrbaken. Unauffällig geht anders, aber Verdacht hatte bis zuletzt dennoch niemand geschöpft. Ob die Täter so suggerieren wollten, sie seien Bauarbeiter, ist spekulativ. Ausgeschlossen ist es nicht. „Uns sind diese Hinweise bekannt“, so der Polizeisprecher.

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Vorgehen, Anzahl der Setzlinge und Equipment spreche für Täter, die Ahnung von der Materie hätten. „Ob es Wiederholungstäter sind, wissen wir aber nicht“, stellt Frank Rentmeister klar. Fakt ist, dass das Equipment derzeit auf verwertbare Spuren untersucht wird und im Anschluss vernichtet werden soll. Zudem, so Rentmeister, würde derzeit ermittelt, wie hoch der Wirkstoffgehalt der sichergestellten Setzlinge sei.

Polizei hüllt sich in Schweigen

Inwieweit der Besitzer des Gebäudes in die Geschehnissen involviert ist, ist unklar. Frank Rentmeister verweist auf die laufenden Ermittlungen. Jedenfalls ist das Objekt in Privatbesitz. Nicht auszuschließen, dass der Eigentümer von den Geschehnissen gar nichts mitbekommen hat. Ob es bereits eine ganz konkrete Spur gibt, darüber hüllt sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen in Schweigen.

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Wichtig sei, das betont der Polizei-Pressesprecher, dass alle, die verdächtige Beobachtung in diesem Zusammenhang gemacht hätten, sich umgehend bei der Kripo in Borken unter Telefon (02861) 9000 melden würden. „Jeder Hinweis, jede Beobachtung ist für uns wichtig.“

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