Ehepaar ließ an Hufrehe erkranktes Pony lange vor sich hinvegetieren

rnTierquälerei in Heek

Die Hufe des Ponys bogen sich in Schnabelform nach vorne: Was Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes in einem Stall in Nienborg entdeckten, fand jetzt vor dem Amtsgericht seine Fortsetzung.

Heek

, 02.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen gemeinschaftlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz stand ein Ehepaar vor dem Richter am Ahauser Amtsgericht. Konkret, so die Staatsanwältin, habe das Paar aus Nienborg zugelassen, dass eines ihrer Ponys große Schmerzen erleiden musste. Es litt an Hufrehe. Das Ehepaar wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, der Richter sah strafmildernde Umstände.

Im Juni 2019 hatte es eine anonyme Anzeige gegeben, daraufhin waren Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes in die Bauerschaft Wext gefahren. 5 Ponys auf der Weide waren, so war es der Anklageschrift zu entnehmen, in guter Verfassung. Erst auf explizite Nachfrage nach einem weiteren Tier habe die Angeklagte den Besuch in den Stall geführt.

Ehepaar ließ Pony lange vor sich hinvegetieren

Dort stand die Ponystute, die Hufe in „katastrophalem Zustand, in Schnabelform bogen sie sich nach vorn“, trug die Staatsanwältin vor. Das Pony habe kaum stehen können, dazu sei obendrauf nicht genügend Streu in der Box gewesen.

Offensichtlich, so die Diagnose der Kreisveterinäre, litt das Tier an der schmerzhaften Krankheit Hufrehe. Nach ihrer Einschätzung war sechs Monate nichts an den Hufen gemacht worden. Das Ehepaar habe das Tier „vor sich hinvegetieren lassen“, so der Vorwurf.

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„Das tut mir auch leid“, räumte der Angeklagte gleich zu Beginn ein. Er sei derjenige, der sich vor allem um die Ponys kümmere, so der 48-Jährige. Aus gesundheitlichen Gründen habe er das zu der Zeit vernachlässigt. „Als mir das aufgefallen ist, habe ich aber den Hufschmied angerufen“, äußerte er sich zum Zustand der besagten Ponystute.

Hufschmied soll „aufwändigen Fall“ vertagt haben

Der Hufschmied sei auch gekommen, habe aber erst die anderen Ponys versorgt und dann gesagt, er würde den „aufwändigen Fall“ ein anderes Mal machen. Ein Termin in 14 Tagen sei ausgemacht worden, so der Angeklagte, nur der Hufschmied sei nicht gekommen. Dafür aber die anonyme Anzeige und der Besuch vom Kreisveterinäramt.

Halter hat jetzt einen Sachkundenachweis und weniger Ponys

Beide Eheleute verwiesen darauf, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen seien, dem Hufschmied zur Hand zu gehen. Aktuell hätten sie die Anzahl der Ponys reduziert und der Angeklagte hatte einen Sachkundenachweis für die Pferdehaltung abgelegt. Und: Die Hufe aller Tiere würden jetzt regelmäßig bearbeitet, versicherten sie.

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Der Richter hielt diese Entwicklung den Nienborgern zugute, auch, dass sie den Vorwurf einräumten, dass sie nicht vorbestraft waren und im Sommer 2019 wohl überfordert gewesen seien. „Aber das ist keine Sache, die in Tagen passiert ist“, verwies er auf die lange Zeit, in der dem Tier nicht geholfen worden war.

Die Staatsanwältin forderte für die Angeklagte eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen je zehn Euro und für ihren Mann 40 Tagessätze von je 35 Euro. Der Richter blieb deutlich darunter: 30 Tagessätze von je 30 Euro und 25 Tagessätze von je zehn Euro lautete die Strafe, die das Ehepaar sofort akzeptierte.

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