Einer gibt den Ton an - und er ist Perfektionist

Chorproben mit Manfred Pieper

HEEK Seit den Zeiten von Pfarrer Grimmelt ist dienstagabends Probe für alle Aktiven Chors. So auch ab Mitte der 1960er Jahre, als Manfred Pieper die Leitung übernommen hatte:

24.07.2009, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Chorprobe vor mehr als 40 Jahren mit Manfred Pieper.

Chorprobe vor mehr als 40 Jahren mit Manfred Pieper.

40 Frauen und Männer haben sich in einem Saal der Gaststätte Zum alten Kaiser eingefunden. Es wird ein Satz aus Schuberts "Launiger Forelle" einstudiert.

Locker gleiten Piepers Hände über die Tasten des Klaviers und lassen die heitere Melodie zum fröhlichen Text erklingen. Pieper unterbricht: "Der Tenor singt immer den gleichen Ton. Für den Sopran gilt: Die Melodie ist zart und leise, dann müsst ihr aber auch leise anfangen. Also noch einmal von vorn."

Wieder heben die Sängerinnen und Sänger an. Die Melodie wird klarer gesungen. So geht es weiter, von Satz zu Satz. Mal ist das Tempo zu schnell, mal der Alt zu laut. Nach und nach fügt sich jedoch Takt an Takt, bis das Lied schließlich durchgesungen werden kann.

Was für den Laien schon ziemlich sauber klingt, ist für Chorleiter Pieper noch immer zu verbessern. An diesem Abend werden noch einmal alle Melodien für das Konzert gesungen. Neben dem Forellen-Lied hat sich der Chor zwei Stücke aus dem Musical "My fair Lady" ausgewählt.

"Schon mal sauer"

Dem Betrachter fällt gar nicht auf, dass es sich eigentlich um einen Kirchenchor handelt. Erst während der Pause - im Gespräch mit dem Dirigenten - wird das deutlich. Ein Problem jedes Laienchores sei die beständige Mitarbeit der Sänger. "Wenn plötzlich vor der Veranstaltung wichtige Stimmen absagen oder während der Proben ständig fehlen, dann werde ich als Dirigent schon mal sauer", sagt Pieper. Aber damit muss er fertig werden.

Halbe Stunde Ruhe

Wie er sich auf die Probe vorbereitet? "Dazu brauche ich eine halbe Stunde Ruhe, das genügt eigentlich", antwortet Pieper. Einmal wöchentlich wird dienstags etwa zwei Stunden lang geprobt, vor wichtigen Auftritten auch mal öfter. Das ist ungefähr 20 bis 25 Mal im Jahr.

Und wie reagiert seine Frau auf sein beträchtliches Engagement? Pieper: "Meine Frau und ich haben uns in diesem Chor kennen gelernt. Überhaupt wäre es besser, wenn mehr Ehepaare gemeinsam in unserem Chor sängen."

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