Die Anlieger vom Leuskesweg müssen für den Straßenendausbau tief in die Tasche greifen. © Markus Gehring
Straßenbau

Endausbau Leuskesweg: Treibt Baustoffmangel Kosten in die Höhe?

Der Leuskesweg zwischen Kreisverkehr Stroot und Einmündung Bleiche/Volmers Kamp wird endausgebaut. Für die Anlieger wird das teuer. Die Frage ist derzeit, ob es noch teurer werden wird.

Der Straßenendausbau Leuskesweg zwischen Kreisverkehr Straße Stroot und Einmündung Bleiche/Volmers Kamp ist politisch beschlossen. Für die Anlieger wird das eine kostspielige Angelegenheit. Doch jetzt sind auch die Fördertöpfe leer und der Markt überhitzt.

Das Thema als solches hat in den vergangenen Monaten hohe Wellen geschlagen. Die Anlieger kritisierten Verwaltung und Lokalpolitik für das Ansinnen, den besagten Straßenabschnitt endausbauen lassen zu wollen. Erst recht vor dem Hintergrund, dass sie 90 Prozent der Kosten werden tragen müssen.

Die Abrechnung erfolgt nämlich nach dem Baugesetzbuch und nicht nach dem Kommunalabgabengesetz. Das hat eine anwaltliche Prüfung ergeben. Bei Letzterem wären die Kosten für die Anlieger deutlich geringer ausgefallen.

Steigen die Kosten wegen knapper Baustoffe?

Problem derzeit: Die Lokalpolitik beauftragte die Verwaltung zwar im jüngsten Ausschuss für Bauen und Planen, den Endausbau weiter zu planen und gemeinsam mit dem Straßenendausbau Strothbach durchzuführen, doch wann die Arbeiten genau ausgeschrieben werden, ist noch unklar.

Vor dem Hintergrund, dass derzeit viele Baustoffe knapp sind, die Preise in die Höhe schnellen und der Markt einfach überhitzt ist, darf an die bisher für den Ausbau kalkulierten Kosten ein vorsichtiges Fragezeichen gemacht werden.

Förderkulisse ist weggefallen

Immerhin machte die Verwaltung erst noch kürzlich deutlich, dass es mit Blick auf die Marktsituation bei anstehenden Projekten im Hoch- und Tiefbau zu Kostensteigerungen kommen könnte. Auf die Preisentwicklung am Markt hat die Gemeinde eben keinerlei Einfluss.

Weggefallen ist übrigens ein potenzieller Fördertopf, den die Anwohner ein Stückchen hätte entlasten können. Auch das ließ die Verwaltung verlauten. Dies solle den Anwohnern auch schriftlich mitgeteilt werden. „Das erhöht natürlich nicht die Akzeptanz des Ganzen, das wissen wir auch“, sagte dazu Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im Ausschuss.

Ablöseverträge als Angebot

Mit Blick auf den überhitzten Markt und mögliche Kostensteigerungen brachte der Ausschussvorsitzende Hermann-Josef Schepers (SPD) erneut sogenannte Ablöseverträge ins Spiel. „Es wird ja im Moment alles teurer. Wir sollten den Anliegern dieses Angebot unterbreiten.“

Wie rechts im Bild zu sehen, soll die Einfahrt zur Kämpensiedlung durch ein Baumbeet und eine Grünfläche
Wie rechts im Bild zu sehen, soll die Einfahrt zur Kämpensiedlung durch ein Baumbeet und eine Grünfläche „entschärft“ werden. © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Diese Art von Verträgen wird zwischen den Anliegern und der Gemeinde geschlossen. Es sind privatrechtliche Verträge, bei denen der voraussichtliche Beitrag „abgelöst“ wird, bevor die tatsächliche Beitragspflicht entsteht. Vorteil für die Anlieger: Mögliche Kostensteigerungen im Nachgang gingen zu Lasten der Gemeinde.

Verteilung der Grünflächen geklärt

Letztlich beschloss der Ausschuss, dass die Gemeinde genau diese Verträge mit den Anliegern machen soll. Wichtig: Es ist ein Angebot der Gemeinde. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er dieses annimmt oder nicht.

Bei all den Unklarheiten gibt es aber auch gute Nachrichten. So konnte die Verwaltung mit den Anliegern klären, wo welche Grünfläche hinkommt. Man habe in der jetzt dritten Planungsvariante alle Wünsche berücksichtigt, so Sabine Nöldemann von der Verwaltung.

Auch soll die Einfahrt zur Kämpensiedlung „entschärft“ werden. Durch ein Baumbeet und eine Grünfläche soll dem bislang möglichen Ein- und Ausfahren mit erhöhtem Tempo ein Riegel vorgeschoben werden.

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