Das Amtsgericht Ahaus war am Dienstag, 19. Oktober, Schauplatz eines Familienstreits. © Markus Gehring
Familienstreit

Enkel beleidigt seinen 93-jährigen Opa und landet vor dem Richter

Dieser Familienstreit hatte es in sich - der Enkel soll den Opa massiv beschimpft haben. Das Amtsgericht Ahaus sollte nun Klarheit schaffen, doch dem Richter blieb nur eine Urteilsmöglichkeit.

Bereits Ende November 2019 sollen sich die wüsten Beleidigungen in der Familie ereignet haben. Dem Enkel (44) wurde vorgeworfen, seinen Opa (93) mit den Worten „Du verdammtes Arschloch“ beschimpft zu haben.

Vor dem Amtsgericht Ahaus kam es am Dienstag, 19. Oktober, zur Anklage gegen den vermeintlich Schimpfenden. Der zuständige Richter bemühte sich um Aufklärung.

Zu Beginn der Verhandlung machten beide Parteien – trotz der Verwandtschaft – von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht keinen Gebrauch und sagten aus. Sowohl der Enkel als auch der 93-jährige Rentner schilderten aus ihrer Sicht das damals Geschehene. Des Weiteren kam eine Zeugin aus der Familie zu Wort.

An dem besagten Tag sollen sich das Opfer und der Angeklagte gleich drei Mal über den Weg gelaufen sein. Erst am Haus des Rentners, anschließend auf dem Friedhof und danach erneut am Wohnort des 93-Jährigen. Es soll mutmaßlich hoch her gegangen sein: Nicht nur die unschönen Worte, sondern auch ein zerrissenes Familienfoto und die Entwendung von Blumen am Grabe eines Familienmitgliedes sollen den Tumult zwischen den Protagonisten zusätzlich befeuert haben.

Freispruch als logisches Urteil

Doch wie genau sich die Ereignisse in der Familie am Ende wirklich abgespielt haben, ließ sich nicht eindeutig aufklären. Aufgrund der unzureichenden Beweislage forderte zunächst der Staatsanwalt den Freispruch des Angeklagten, wenig später dann auch sein Verteidiger.

Der Richter brauchte in diesem Fall zum Abschluss der Verhandlung keine lange Bedenkzeit und teilte sein Urteil unmittelbar mit. Da es sich bei diesem Rechtsstreit um Aussage gegen Aussage gehandelt habe und die Vorwürfe gegen den Angeklagten nicht einwandfrei festgestellt werden konnten, sei der Beschuldigte von dem Anklagepunkt der Beleidigung vollends freizusprechen.

Über den Autor

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.